24. Oktober 2007 09:30

Sonde 

China startete seinen ersten Mondflug

China schickte am Mittwoch seine erste Raumsonde zum Mond. Eine Rakete des Typs "Langer Marsch 3" bringt den Orbiter "Chang'e 1" vom Raumfahrtzentrum Xichang in der südwestchinesischen Provinz Sichuan ins All.

China startete seinen ersten Mondflug
© AFP

China greift nach dem Mond. Eine Rakete vom Typ Langer Marsch 3 hat am Mittwoch die Mondsonde "Chang'e 1" vom Raumfahrtbahnhof Xichang in Südwestchina ins All gebracht. Der erste chinesische Mondflug ist der Auftakt eines ehrgeizigen Programms, das in fünf Jahren die Landung eines Mondfahrzeugs vorsieht.

Langfristige Ziele werden verfolgt
In der dritten Phase sollen 2017 Boden- und Gesteinsproben zur Erde gebracht werden. Das langfristige Ziel ist eine mögliche Ausbeutung der Energie- und Mineralrohstoffe des Erdtrabanten, wie chinesische Wissenschaftler sagten. Die Sonde ist nach der schönen Göttin Chang'e benannt, die einer Sage zufolge mit ihrem Hasen auf dem Mond lebt.

Neues Interesse am Mond
Der Flug ist ein weiteres Zeichen dafür, dass 35 Jahre nach der bisher letzten Mondlandung amerikanischer Astronauten mit "Apollo 17" das Interesse am Erdtrabanten neu geweckt ist. Experten spekulieren bereits über einen neuen Wettlauf im All. Erst vor sechs Wochen hatte Japan als erste asiatische Nation eine Sonde auf den Weg zum Mond gebracht. Indien und die USA planen im nächsten Jahr ähnliche Flüge. Deutsche Forscher möchten 2012 eine eigene Mondexpedition starten.

Erkundung der Rohstoffe des Mondes
Der Wissenschaftler Qiao Xiaolin, der dem Expertengremium des chinesischen Mondprogramms angehört, nannte die Erkundung der Rohstoffe "eines der Motive, warum wir zum Mond gehen". Er verwies auf verschiedene Mineralien und Vorkommen des Isotops Helium-3 auf dem Mond, das ein wichtiger Brennstoff für künftige Kernfusionskraftwerke sein könnte.

Nächste Seite: Ehrgeiziges Raumfahrtprogramm

China verfolgt ein ehrgeiziges Raumfahrtprogramm. Als dritte Nation der Erde - nach den USA und Russland - hatte das größte Entwicklungsland 2003 aus eigener Kraft einen Astronauten ins All gebracht. Hohe Vertreter des Raumfahrtprogramms, das dem Militär untergeordnet ist, versichern immer wieder, dass China eine friedliche Nutzung des Weltraums verfolge. Doch hatte China im Jänner als erste Nation von der Erde aus einen ausgedienten Wettersatelliten abgeschossen. Dieser Anti-Satelliten-Test hatte weltweit Besorgnis über einen neuen Rüstungswettlauf im All ausgelöst.

Ankunft am Mond am 5. November
Die Sonde "Chang'e 1" wird zunächst die Erde umkreisen, bevor sie sich auf den 380.000 Kilometer langen Weg zum Mond macht, wo sie am 5. November ankommen soll. Nie zuvor hat sich ein chinesisches Raumschiff so weit von der Erde entfernt, so dass der Flug vor allem als Test für Technik und Kommunikation dient. Die 2,35 Tonnen schwere Sonde ist auf der Grundlage des chinesischen Satellitentyps Dongfanghong DFH-3 ("Der Osten ist rot") gebaut. Der Orbiter soll den Erdtrabanten ein Jahr lang umkreisen und dreidimensionale Aufnahmen machen, Höhenmessungen vornehmen sowie mit einem Mikrowellenmessgerät die Oberfläche studieren und Rohstoffvorkommen erkunden.

Soll patriotische Lieder zur Erde zurückfunken
Bei seiner Ankunft am Mond soll die Sonde die chinesische Nationalhymne "Der Osten ist rot" und patriotische Lieder wie "Ich liebe mein China" zur Erde zurückfunken. Die Begeisterung der Chinesen für das Mondprogramm ist groß. Einige Experten spekulieren schon darüber, ob China in 15 oder 20 Jahren vielleicht eine bemannte Mondlandung versuchen könnte. Das Parteiorgan "Volkszeitung" schrieb: "Früher oder später wird die großartige rote Flagge mit den fünf Sternen auf dem Mond aufragen, und der Tag, an dem der Traum des chinesischen Volkes wahr wird, ist nicht weit."




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |
Facebook Kommentare