04. Februar 2009 14:53

Forschungszwecke 

Chinesen klonen jetzt Menschen

Das Ziel der Klonversuche sind neue Therapien gegen Parkinson, Alzheimer und Diabetes.

Chinesen klonen jetzt Menschen
© EPA
Chinesen klonen jetzt Menschen

Chinesische Forscher haben fünf menschliche Embryonen zu Forschungszwecken geklont. Die Gruppe um Li Jianyuan vom Stammzellforschungszentrum der Provinz Shandong hatte zwölf gesunden Frauen insgesamt 135 Eizellen entnommen und daraus die Zellkerne entfernt. Dazu verwendeten die Wissenschafter eine neue Technik, von der sie sich eine höhere Erfolgsrate versprechen, wie sie im Fachjournal "Cloning and Stem Cells" schreiben.

Hilfe für Parkinson-Behandlung
Das Erbgut eines der fünf Klon-Embryonen stammte aus den weißen Blutkörperchen eines Parkinson-Patienten. Die anderen vier Klon-Embryonen stammten von Hautzellen gesunder Spender. Fernziel solcher Versuche ist das sogenannte therapeutische Klonen, also die Herstellung embryonaler Stammzellen mit patienteneigenem Erbgut zur Behandlung schwerer Krankheiten wie Parkinson, Alzheimer oder Diabetes. Li möchte mit der Arbeit die Entwicklung solcher medizinischen Therapien voranbringen.

Dem bereits am 27. Jänner online veröffentlichten Fachaufsatz zufolge gelang in 26 von 58 Versuchen die Verschmelzung des Spender-Zellkerns mit einer entkernten Eizelle. Neun dieser Klon-Embryonen entwickelten sich bis ins 16-Zell-Stadium, fünf bis zur Blastozyste, aus der üblicherweise embryonale Stammzellen entnommen werden. DNA-Analysen hätten die Blastozysten als Klone identifiziert, schreiben Li und Kollegen.

Vor etwa einem Jahr hatten bereits US-Forscher der Firma Stemagen menschliche Klon-Embryonen zu Forschungszwecken präsentiert. 2005 hatten britische Forscher einen Embryo aus einer anderen embryonalen Stammzelle geklont. In Deutschland sind solche Versuche streng verboten.

2004 erstmals menschliche Embryos geklont
Der Südkoreaner Hwang Woo Suk hatte 2004 die ersten geklonten menschlichen Embryonen für sich reklamiert und anschließend auch die ersten embryonalen Stammzellen mit krankheitsspezifischem Erbgut. Beide Arbeiten hatten sich später jedoch als Fälschungen herausgestellt.




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