27. September 2008 11:56

Shenzhou 7 

Chinesisches Raumschiff wieder gelandet

Den Astronauten geht es gut. Ein Besatzungsmitglied macht den ersten All-Spaziergang eines Chinesen.

Chinesisches Raumschiff wieder gelandet
© AP

Großer Erfolg für die Raumfahrt von China: Erstmals absolvierte ein Astronaut aus dem Reich der Mitte einen knapp 15-minütigen Außeneinsatz im All. Der 41-jährige Zhai Zhigang verließ am Samstag das Raumschiff "Shenzhou VII" und schwenkte dabei in weltweit übertragenen TV-Bildern symbolträchtig die chinesische Flagge.

Chinas Staatschef Hu Jintao sprach von einem "Durchbruch" für das ehrgeizige Raumfahrtprogramm seines Landes. Nach seiner dreitägigen Expedition landete das Raumschiff mit drei Astronauten am Sonntag in der Mongolei. China feierte die geglückte Mission als weiteren Meilenstein auf dem Weg zur Großmacht.

"Ich grüße die Chinesen und die Menschen in der Welt", sagte Zhai bei seinem Außeneinsatz im All rund 343 Kilometer weit von der Erde entfernt. Zhai, der mit zwei Seilen gesichert war, testete einen neuen, 120 Kilogramm schweren und drei Millionen Euro teuren Raumanzug. Außerdem barg er eine Probe einer chemischen Substanz, die am Raumschiff befestigt worden war. Der Weltraumspaziergang fiel rund fünf Minuten kürzer aus als geplant.

Feueralarm sorgte für Aufregung
Ein Feueralarm, der währenddessen ausgelöst wurde und bei der Live-Übertragung zu hören war, stellte sich als Fehler eines Sensors heraus. Zhai sagte anschließend, alles sei reibungslos verlaufen. Auch die wissenschaftlichen Experimente verliefen nach Plan. "Es ist ein nettes Gefühl, sich im All zu bewegen. Der Raumanzug ist sehr bequem", sagte Zhai. Er sei stolz auf sein Land.

Staatschef Hu, der die Mission im Raumfahrtzentrum in Peking verfolgte, dankte den Astronauten für ihren Einsatz. "Ihr Aufenthalt im Weltall war ein großer Erfolg", sagte Staatschef Hu in einem vom Fernsehen übertragenen Gespräch mit den Raumfahrern. "Das Vaterland und das Volk sind Ihnen dankbar." Chinesische Internetportale waren voll des Lobes. "Mit einer chinesischen Flagge im Kosmos ist der Weltraum jetzt ein Teil des chinesischen Mutterlandes", hieß es in einem Kommentar.

Die drei Astronauten müssen nach der Landung jetzt noch mindestens zehn Tage warten, bis sie in einer offiziellen Feier geehrt werden. Bis dahin bleiben sie für medizinische Untersuchungen unter Quarantäne, wie die staatliche Presse berichtete. Alle drei seien wohlauf.

Dritte bemannte Weltraummission Chinas
Die Expedition der "Shenzhou VII" ist die dritte bemannte Weltraummission der chinesischen Raumfahrt. China hatte 2003 sein erstes bemanntes Raumschiff ins All geschickt. Das Land ist nach den USA und der Sowjetunion nun der dritte Staat, der im Alleingang einen Weltraumspaziergang absolvierte.

Die Mission der "Shenzhou VII" erfolgte wenige Tage vor dem 50. Jahrestag der Gründung der US-Raumfahrtbehörde NASA am 1. Oktober und wurde von Beobachtern als eindrucksvolles Symbol des Großmachtanspruchs des asiatischen Landes eingestuft. Die staatliche Nachrichtenagentur Xinhua berichtete, die nächste Generation chinesischer Raumschiffe solle in "Massenproduktion" hergestellt werden. Bis 2010 sollen noch zwei unbemannte Raumschiffe aus China starten sowie ein weiteres bemanntes mit drei Astronauten.




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