31. Dezember 2008 07:54

NASA-Gutachten 

Columbia-Crew starb binnen 40 Sekunden

Keine Überlebenschance für die Crew der "Columbia": Bei der Katastrophe von 2003 starben die sieben Astronauten binnen kürzester Zeit.

Columbia-Crew starb binnen 40 Sekunden
© AP

Die sieben Astronauten an Bord des Space Shuttles "Columbia" überlebten weniger als eine Minute, als die Raumfähre am 1. Februar 2003 beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre verunglückte. Das geht aus einem Untersuchungsbericht über die letzten Minuten der Crew und des Unglücksshuttle hervor, den die NASA am Dienstag veröffentlichte. Demnach blieben die Astronauten zwischen dem Verlust der Kontrolle über die Raumfähre bis zum unweigerlich tödlichen Druckverlust beim Auseinanderbrechen des Shuttles 40 Sekunden bei Bewusstsein.

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(c) AP

Hitze nicht gespürt
In dem Report wird weiter festgestellt, dass es in der Unfallphase mehrere Ausrüstungsprobleme gab, die ein zum Tode führendes Trauma bei den Astronauten hervorriefen. Zu diesem Zeitpunkt seien sie aber entweder schon als Folge des Druckverlusts tot oder bewusstlos gewesen. Niemand unter der Besatzung habe auch die sengende Hitze und das Feuer gespürt, das beim Auseinanderbrechen des Shuttle entstand. Generell heißt es in dem Bericht, dass die Besatzung bei der Katastrophe keine Chance hatte: "Das Auseinanderbrechen...war unter allen gegenwärtig existierenden Kapazitäten nicht zu überleben."

Die "Columbia" war ohne Wissen der Crew und der Bodenzentrale beim Start beschädigt worden. Ein vom Haupttank abgesprengtes Stück Isolierschaumstoff hatte ein Loch in den Hitzeschild des linken Shuttle-Flügels gerissen. Dadurch konnten beim Wiedereintritt in die Erdatmosphäre nach einer 16-tägigen Mission extrem heiße Gase in die Raumfähre eindringen. Das führte 16 Minuten vor der geplanten Landung zur Katastrophe.

Oberkörper wurde hin und her geschleudert
In dem Bericht wird aufgelistet, dass drei Astronauten zur Zeit des Unglücks keine Handschuhe trugen. Ein Crew-Mitglied hatte keinen Helm auf dem Kopf. Ohnehin wären dem Report zufolge aber wegen der generell unzureichenden Passform der Helme massive Verletzungen entstanden. Zudem hätten sich aufgrund des Sitz-Designs die Brust-Sicherheitsgurte der Astronauten nicht eingeklinkt. Nur in der Bauchgegend festgeschnallt seien die Besatzungsmitglieder heftigem Schleudern des Oberkörpers ausgesetzt gewesen, das sie ebenfalls nicht hätten überleben können.

Der 400 Seiten umfassende Report stützt sich unter anderem auf die Auswertung von Videos, die Untersuchung von Trümmerstücken, auf medizinische Erkenntnisse und Computeranalysen. Die NASA will aus den Ergebnissen Lehren für künftige Missionen ziehen.




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