20. Jänner 2008 16:29

Dümmste Todesart 

Der Darwin Award wurde vergeben

Der Darwin Award 2007 geht an den Texaner Michael Jean, der sich durch einen Alkohol-Einlauf umbrachte.

Der Darwin Award wurde vergeben

Diese Ehrung wünscht man seinem ärgsten Feind nicht: Einmal im Jahr vergeben die Nutzer der Homepage www.darwinawards.com unter Aufsicht einer Biologin der US-Elite-Uni Stanford den Darwin Award - an Menschen, die durch besonders gedankenloses Handeln ums Leben gekommen sind.

Mehr als 300 Meldungen über skurrile Selbsttötungen erhielt Homepage-Betreiberin Wendy Northcutt im abgelaufenen Jahr, um daraus den zu wählen, der seinen Tod durch die größte eigene Blödheit verschuldete. Nun gab sie bekannt:

Drei Liter Sherry rektal
Der Darwin Award 2007 geht an den Texaner Michael Jean, der sich durch einen Alkohol-Einlauf umbrachte.

Der 58-Jährige hatte den Alkoholkonsum mit seiner heimlichen Vorliebe für selbstgemachte Einläufe kombiniert. Doch während Normaltrinker irgendwann aufhören, weil sie einschlafen oder brechen, nimmt der Darm von Rektaltrinkern im Schlaf weiter Alkohol auf. Michaels Frau fand ihn eines Tags tot im Bett - Blutalkohol: 4,7 Promille. Laut Obduktion hatte er sich drei Liter Sherry eingeführt.

Safer Sex
Gewinner des Darwin-Publikumspreises wurde mit fast 9.000 Stimmen ein Paar aus South Carolina: Ein Taxifahrer fand die 21-Jährigen im Juni nackt - und eben tot - auf der Straße. Die Polizei entdeckte keine Zeichen für Gewalt, dafür zwei Klamottenstapel auf dem pyramidenförmigen (!) Dach eines nahen Hauses. "Die Aufklärung über sicheren Sex geht wohl nicht weit genug", befand die Darwin-Awards-Jury.

Schwarzer Humor
Makaber? Die Fans des fiesen Posthum-Preises sprechen eher von schwarzem Humor. Und die Fangemeinde wächst unaufhörlich, seit Molekular-Biologin Northcutt 1993 begann, bizarre Todesfälle auf der Website ihrer kalifornischen Uni zu sammeln - und den ungeschicktesten Selbstmeuchler im Gedenken an Charles Darwin, den "Vater der natürlichen Auslese", zu ehren. Die Seite wurde so populär, dass Northcutt ihren Job aufgab, um Newsletter und Online-Meldungen zu schreiben. Ihre Bücher mit den gesammelten Fällen wurden New-York-Times-Bestseller und sind auch auf Deutsch erschienen.

Nacktbad im Bärengehege
2006 entstand sogar ein Film mit Winona Ryder, der auf den Storys basiert - vom Nacktbader im Bärengehege über den Air-Force-Mitarbeiter, der sein Auto mit Raketen beschleunigte und ungebremst an einen Fels flog, bis zum Waffennarren, der die Frontscheibe der Ex mit einer geladenen Flinte einschlagen wollte, bis sich ein Schuss löste.

Die Sieger der Vorjahre waren noch unüberlegter: So starben zwei Polen, als sie im Karpfenteich fischen wollten - indem sie ein Starkstromkabel ins Wasser hielten. Einer urinierte gerade in den Teich, als der Stromstoß einsetzte, der andere eilte ins Wasser, um zu helfen. Ein Kanadier wollte die Bruchsicherheit des Fensters im 24. Stock beweisen, indem er sich dagegen warf. Und der 36-jährige Steven Epperson schluckte als Partygag einen 20 cm langen Tropenfisch lebendig - der bei Gefahr die Rückenstacheln aufrichtet.

Ob man darüber lachen darf, beantworten die Kalifornier pragmatisch: Man könne ja gar nicht anders. Auf Deutsch gebe es sogar ein Wort dafür - "Schadenfreude".




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