26. September 2008 12:27

Scholle und Co. 

Diese Speisefische sind akut gefährdet

Greenpeace schlägt Alarm: Gleich elf Speisefische sind in ihrem Bestand akut gefährdet. Konsumenten sollten diese nicht verzehren.

Diese Speisefische sind akut gefährdet

Ob Tunfisch, Scholle oder Atlantischer Lachs - gerade die in Österreich beliebtesten Speisefische sind laut einer Greenpeace-Studie akut gefährdet. Unter dem Titel "Rote Fische" listet die Umweltorganisation mit elf Fischarten und Meeresfrüchte auf, die Konsumenten in Österreich beim Einkauf und im Restaurant meiden sollten. Auch der Alaska-Seelachs, der in vielen Fischstäbchen steckt, wird darin erstmals "rot" bewertet.

"Obwohl die dramatische Situation der globalen Fischbestände hinlänglich bekannt ist, werden nach wie vor bedrohte Fischarten angeboten", kritisiert die Greenpeace-Meeresexpertin Antje Helms. "Jeder hat aber die Möglichkeit, durch sein Einkaufsverhalten selbst zum Schutz der Meere beizutragen. Solange gefährdete Fischarten in den Regalen liegen, ist der Konsument gefordert, genau hinzusehen und auf bestimmte Fische zu verzichten", so Helms.

Rotbarsch und Scholle aus Sortiment verschwunden
Dass Konsumentendruck etwas bewirken kann, wird anhand der Veränderungen gegenüber der letzten Version der "Rote Fische"-Liste aus dem Jahr 2006 deutlich: Rotbarsch und Scholle - beide mit zerstörerischen Grundschleppnetzen gefangen - sind ebenso wie bedrohter Schwertfisch und Hai fast zur Gänze aus dem Angebot österreichischer Supermärkte verschwunden.

FAO schlägt Alarm
Nach Angaben der Welternährungsorganisation FAO sind bereits 77 Prozent aller Fischbestände erschöpft, überfischt oder komplett ausgebeutet. Auch in Europa werden achtzig Prozent der Bestände so stark befischt, dass ihr Nachwachsen nicht mehr gesichert ist. "Angesichts der weltweiten Fischerei-Krise darf es keinen verwundern, dass nachhaltig gefangener Fisch nur in geringen Mengen angeboten wird", weiß Antje Helms zu berichten. "Dennoch kommen wir als bewusste Konsumenten nicht darum herum, nur diesen Fisch zu essen und von unseren Supermärkten nachhaltige Fischprodukte einzufordern", so Helms abschließend.

Greenpeace fordert im Sinne einer nachhaltigen Fischerei, dass illegaler Fang gestoppt, Überkapazitäten abgebaut und Beifang vermieden wird. Mittlerweile können nur mehr ausgedehnte Rückzugsräume das ausreichende Nachwachsen unserer Fischbestände garantieren. Diese großflächigen Schutzgebiete in vierzig Prozent aller Meere kommen letztlich nicht nur dem Meeresschutz, sondern auch den Fischern zugute.

Hier finden Sie den Greenpeace-Fischratgeber




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