25. Februar 2008 11:15

Seit EU-Beitritt 

Dramatische Verkehrszunahme in Österreich

Es gibt immer mehr Verkehr auf Österreichs Straßen. Dadurch nimmt die Umweltverschmutzung, trotz immer besserer Motoren, deutlich zu.

Dramatische Verkehrszunahme in Österreich
© AP

Seit dem Beitritt zur Europäischen Union (EU) im Jahr 1995 hat der Verkehr in Österreich dramatisch zugenommen. Laut einer Untersuchung des Verkehrsclubs Österreich (VCÖ) sind allein die Lkw-Transporte um 49 Prozent gestiegen. Vor 13 Jahren waren es rund 340 Mio. Tonnen Güter, die auf heimischen Straßen rollten, 2007 zählte man bereits 443 Mio. Tonnen. Im selben Zeitraum hat jedoch die Mobilität der Österreicher stark abgenommen. Mittlerweile ist jede zehnte Autofahrt kürzer als ein Kilometer. Laut VCÖ ist eine Trendwende bis 2020 allerdings noch möglich.

Auto immer noch beliebt
Schuld am deutlich wachsenden Straßenverkehr sind demnach alle Bereiche des Individualverkehrs - vom Transit bis zur Einkaufsfahrt. Das Auto hat offenbar in Zeiten von Klimawandel und Erderwärmung nichts von seiner Beliebtheit eingebüßt: Laut VCÖ-Statistik waren 1995 in Österreich 3,6 Mio. Fahrzeuge angemeldet, 2007 lag dieser Wert bereits bei 4,2 Mio. In eben dieser Zeitspanne ist die Zahl der Autos viermal so stark gewachsen (18,2 Prozent) wie die Bevölkerung (4,5 Prozent).

Nur negative Auswirkungen
Der stetige Anstieg an Verkehr hat im Grunde nur negative Auswirkungen: Wie die Weltgesundheitsorganisation (WHO) herausfand, sind die in Österreich produzierten Abgase jährlich für 2.400 vorzeitige Todesfälle, 4.300 Krankenhausaufenthalte und 1,3 Mio. Krankenstandstage verantwortlich. Die Luftverschmutzung des Straßenverkehrs verursacht Schäden in der Höhe von 1,6 Milliarden Euro, außerdem verursachen Staus in den Ballungsräumen Kosten von fast sieben Milliarden Euro pro Jahr.

Dass die Menschen immer weniger zu Fuß gehen, hat laut VCÖ mehrere Ursachen: Der Boom der Einkaufszentren an den Stadträndern mit gleichzeitigem Niedergang der Nahversorgung führte dazu, dass einfache Besorgungen oft nur noch mit dem Auto erledigt werden können. Zusätzlich habe Zersiedlung die Arbeitswege verlängert. Doch der Umstand, dass mittlerweile jede zehnte Autofahrt kürzer ist als ein Kilometer, zeigt deutlich, dass auch mangelndes Umweltbewusstsein ein Mitgrund für den Verkehrszuwachs in Österreich ist.




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