09. September 2007 09:59

Eineiige Drillinge 

Dreifacher Baby-Jackpot

Eineiige Drillinge. Vor fünf Wochen kamen die Mädchen zur Welt. Jetzt zeigen Thomas und Mae aus Vorarlberg zum ersten Mal ihre Wunder-Babys!

Dreifacher Baby-Jackpot
© www.photos.com

Star-Fotografin Anne Geddes – bekannt durch ihre entzückenden Baby-Bildbände – hätte ­ihre Freude mit den Dreien! Denn abgesehen davon, dass Zoe, Kim und Amy mit nicht einmal 40 Zentimetern Größe und 1.500 Gramm Gewicht zum Knuddeln süß aussehen, sind die Mädchen etwas ganz Besonderes: Sie sind eineiige Drillinge, sprich genetisch völlig ident, was aus medizinischer Sicht an ein Wunder grenzt. Dass gleich drei Kinder aus einer einzigen Eizelle entstehen, kommt maximal einmal unter 200 Millionen Geburten vor.

Schwer zu unterscheiden
Der „Baby-Jackpot“, der medial durch die Welt ging, gelang der gebürtigen Engländerin Mae Christina Astley (25) und ihrem Ehemann Thomas Graziadei (27) aus Vorarlberg. Vor genau fünf Wochen brachte die junge Britin Amy, Kim und Zoe im Krankenhaus Feldkirch zur Welt – jetzt, nachdem sie den Brutkasten verlassen durften, präsentiert sie ­ihre drei Sprösslinge zum ersten Mal der Welt. Die drei von einander zu unterscheiden, fällt selbst den Eltern schwer: „Es ist nicht leicht“, erklärt Mae Christina, die die Babys stillt. „Sie sind alle so entzückend. Der Arzt sagte zu mir, ihre Geburt wäre wie ein Lotterie-Gewinn. Wenn ich mir aber unsere gesunden Töchter ansehe, weiß ich: Die sind besser als jeder ­Lotto-Gewinn!“

Wie so eine medizinische Sensation zustande kommt, ist bis dato nicht restlos geklärt. Primarius Peter Schwärzler, Vorstand der Abteilung für Gynäkologie in Feldkirch, ist der Meinung, dass eine Drei-Teilung der befruchteten Eizelle durch eine schwere Erschütterung zustande kam. Andere Experten wieder denken, dass äußere Einflüsse wie die Ernährung oder eine kurze Krankheit „schuld“ daran sein können. Mae Christina und Thomas, die sich 2004 auf einer Reise in Finnland kennenlernten und im April dieses Jahres heirateten, können ­beide Theorien nicht nachvoll­ziehen. „Wir haben zwar keine ­Erklärung dafür. Wir wissen nur, dass wir überglücklich sind, drei Töchter zu haben“, schwärmt der junge Vater, der als Software-Spezialist wohl noch länger der Alleinverdiener in der Familie bleiben wird.

Hilfe ist gefragt
Noch gibt es in Sachen Kinderbetreuung im Haus des Vorarlbergers keine Schwierigkeiten: „Unsere beiden Familien werden uns kräftig unterstützen. Und auch sonst bekommen wir so viele liebe Hilfsangebote“, erzählt Thomas Graziadei. „Die Bett-Nachbarin meiner Frau im Krankenhaus etwa hat gleich drei gleiche Paar Baby-Söckchen gestrickt.“ Die richtige Ausstattung für drei Babys zu finden, war hingegen in dem kleinen Ort Feldkirch nicht so einfach. „Wir mussten über hundert Kilometer fahren, um einen geeigneten Kinderwagen zu kaufen“, schmunzelt das Ehepaar, das in der siebten Schwangerschaftswoche – als sie sich noch nicht einmal sicher waren, ob Mae Christina tatsächlich schwanger ist – erfuhr, dass es Drillinge werden.

Glücksmomente
Drei kleine Bettchen stehen mittlerweile im Haus der Graziadeis bereit, denn in wenigen Tagen dürfen Zoe, Kim und Amy das Krankenhaus verlassen. Dass die drei länger als andere Säuglinge nach der Geburt unter Beobachtung blieben, liegt daran, dass sie bereits in der 32. Schwangerschaftswoche per Kaiserschnitt entbunden wurden. Um Risiken auszuschließen, musste Mae Christina auch schon drei Wochen vor der Entbindung ins Spital – bevor sie die Kleinen am 6. August unter Lokalanästhesie zur Welt brachte und die Geburt so richtig miterleben konnte. Glücksmomente, die die 25-Jährige nie wieder vergessen wird.

Jetzt aber beginnt für die junge Großfamilie der Alltag, um den sie wohl nicht jeder beneidet. „Schön langsam realisieren wir, was das bedeutet“, sagt Thomas, der zugibt, noch immer Schwierigkeiten bei der Unterscheidung seiner Töchter zu haben. „Aber wir würden mit niemandem in der Welt tauschen wollen.“ Wenn man sich die drei entzückenden Mädchen ansieht – durchaus verständlich!




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