19. September 2007 13:19

Gegen Tierseuchen 

EU will elektronischen Gesundheitspass für Nutztiere

Rinder, Schafe und Ziegen könnten bald in der gesamten Europäischen Union mit Funkchips ausgerüstet sein.

EU will elektronischen Gesundheitspass für Nutztiere
© APA

Die EU-Kommission erwägt eine verpflichtende elektronische Kennzeichnung, wie aus einem am Mittwoch in Brüssel vorgelegten Strategiepapier zur Tiergesundheit hervorgeht.

Damit will EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou den Kampf gegen Tierkrankheiten wie den Rinderwahnsinn (BSE) und die Maul- und Klauenseuche verstärken. Zugleich will er den durch Fleischskandale verunsicherten Verbrauchern eine hohe Fleischqualität von der Weide bis zum Teller garantieren.

Mit der elektronischen Kennzeichnung würde die EU dem Beispiel Australiens und der USA folgen. Eine Machbarkeitsstudie soll ergeben, ob die Kennzeichnung "freiwillig oder zwingend" erfolgen soll, wie es in dem Kommissionspapier heißt. Schwerpunkt sollen Wiederkäuer sein. Um den Weg jedes Tiers von der Geburt bis zur Schlachtbank verfolgen zu können, soll nach Vorstellungen Kyprianous ein "größer angelegtes integriertes elektronisches System mit einheitlicher Datenbank" geschaffen werden.

In Österreich sowie bei unseren deutschen Nachbarn pflanzen bereits heute Betriebe ihren Tieren zur Kontrolle die sogenannten RFID-Funkchips unter die Haut.

Blauzungenkrankheit: Österreich wird überwacht
Die Vorarlberger Gemeinden Gaißau und Höchst sowie das Naturschutzgebiet Rheindelta am Ufer des Bodensees werden von Deutschland aus auf Blauzungenkrankheit bei Tieren überwacht. Landwirte mit Schafen, Ziegen oder Rindern, müssen in diesen Gebieten regelmäßig klinische Untersuchungen durchführen.

Aufgrund des erstmaligen Auftretens der Blauzungenkrankheit in einigen mittel- und nordeuropäischen Ländern im August 2006 haben die österreichischen Behörden im Frühjahr 2007 ein Überwachungsprogramm entwickelt.

Die Blauzungenkrankheit (Bluetongue) ist eine Viruserkrankung der Rinder, Schafe und Ziegen und wildlebender Wiederkäuer, verursacht durch das Bluetongue (BT)-Virus. Die Übertragung erfolgt hauptsächlich durch Stechmücken (Culicoides). Der Mensch ist durch das BT-Virus nicht gefährdet.

Blauzungenkrankheit ist anzeigepflichtig, das heißt, dass jeder Verdacht dem zuständigen Amtstierarzt gemeldet werden muss. Der Amtstierarzt nimmt von den verdächtigen Tieren Blutproben und schickt sie an das nationale Referenzlabor der AGES in Mödling.

Ist der Befund der AGES positiv, werden im Umkreis von 100 km bzw. 150 km um den Betrieb Schutz- und Überwachungszonen gelegt. In diesen Zonen ist der Handel mit lebenden Wiederkäuern und deren Produkten (Samen, Eizellen, Embryonen) nur in Ausnahmefällen möglich. Fleisch und Milch von gesunden Tieren aus den Zonen sind für den menschlichen Verzehr geeignet.




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