24. November 2007 01:05

Angst-Enzym entdeckt 

Einsamkeit verändert Hirnstoffwechsel

Im Gehirn von Menschen, die für längere Zeit der Einsamkeit ausgesetzt sind, können Angst und Aggressionen entstehen. Dazu trägt ein bestimmtes Enzym maßgeblich bei.

Einsamkeit verändert Hirnstoffwechsel
© REUTERS/Gustau Nacarino

Dauerhafte Einsamkeit kann bei Menschen wie auch bei Tieren Angstgefühle und Aggressionen wecken. Zu diesem Effekt trägt vermutlich ein bestimmtes Enzym maßgeblich bei, wie US-Wissenschaftler herausfanden.

Stressregulierendes Hormon
Eine wesentliche Rolle bei der Regulierung von Angstgefühlen spielt die Gehirnregion Amygdala. Forscher der Universität von Illinois in Chicago untersuchten bei Mäusen bestimmte Nervenbahnen, die zu diesem Hirnareal führen. Besonders analysierten die Mediziner zwei bestimmte Enzyme, die für die Bildung des Hormons Allopregnanolon wichtig sind. Das Hormon ist an der Stressregulierung beteiligt.

Bei Einsamkeit sinkt Enzymkonzentration
Wurden die Mäuse in Einsamkeit gehalten, sank die Konzentration von einem der beiden Enzyme um die Hälfte. Die daraus resultierende geringere Bildung von Allopregnanolon wirke sich auf die Nervenbahnen aus, die zur Amygdala führen, vermuten die Wissenschaftler in der Fachzeitschrift "Proceedings of the National Academy of Sciences" (PNAS).

Einsame Mäuse sind aggressiver und ängstlicher
Dies könne erklären, warum Mäuse ohne soziale Kontakte aggressiver und ängstlicher seien als Tiere, die in einer Gruppe leben. "Menschen reagieren auf solche Belastung sehr ähnlich", sagt der Psychiater Alessandro Guidotti. Die Forscher hoffen, durch die Kenntnis des Mechanismus Medikamente zu entwickeln, die solche Folgen von Stress verringern.




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