09. April 2008 10:52

Finanz-Geschäfte 

Erotische Stimulation fördert Risikobereitschaft

Eine neue wissenschaftliche Untersuchung zeigt, dass es im Gehirn einen Zusammenhang zwischen finanzieller Risikobereitschaft und sexueller Stimulation gibt.

Erotische Stimulation fördert Risikobereitschaft
© APA

Die Studie zeigt: Junge Männer, denen erotische Bilder gezeigt wurden, sind eher zu riskanten Geschäften bereit als bei Bildern mit bedrohlichen oder neutralen Motiven.

Bei einem Versuch wurden 15 jungen Männern erotische Fotos gezeigt, worauf sie sich bei einem Zufallsspiel deutlich häufiger für die risikoreichere von zwei Varianten entschieden. Bei dem Spiel konnten sie entweder einen Dollar oder nur zehn Cent gewinnen. Jeder Proband absolvierte mehr als 50 Runden. "Je stärker die Anregung dort ist, desto geneigter ist man, mehr Risiken einzugehen", sagt Kuhnen. Das Betrachten von Bildern, die etwa Schlangen und Spinnen zeigen, lässt den nucleus accumbens dagegen kalt. Das Ergebnis: Die Zockerbereitschaft der Probanden ist nicht so hoch.

Vorderhirn verantwortlich
Im evolutionären Sinn gebe es für Männer sowohl einen Bedarf nach Geld wie nach Frauen, erläuterte die Leiterin der Studie, die Finanzwissenschaftlerin Camelia Kuhnen von der Northwestern University im US-Staat Illinois. "Sie regen den gleichen Bereich im Gehirn an." Der "nucleus accumbens" nahe dem basalen Vorderhirn spielt eine entscheidende Rolle, was ein Mensch als Freude und Genuss empfindet.

Gier und Sex verwandt
Der Anblick einer schönen Frau habe Einfluss auf Emotionen erläutert der Psychologe Brian Knutson. "Das schlägt auf die finanziellen Entscheidungen durch." Die Verbindung zwischen Gier und Sex lasse sich über mehrere hunderttausend Jahre in der Menschheitsgeschichte zurückverfolgen, sagt Kevin McCabe, Professor für Wirtschaft, Jus und Neurowissenschaften an der George Mason Universität, der an der Studie nicht beteiligt war. "Das Eingehen von Risiken ist ein normaler Weg, um seinen relativen Erfolg zu steigern. Aber natürlich hat das auch eine Kehrseite - die wir gerade jetzt in der Wirtschaft sehen", erläutert McCabe.

Die Ergebnisse der Untersuchung deckten sich mit dem wahren Leben auf dem Börsenparkett, sagt der frühere Händler Phil Flynn, der jetzt als Analyst bei Alaron Trading arbeitet. Viele Euphemismen für den Aktienhandel an der Börse könnten auch sexuelle Praktiken beschreiben - mehr als Wendungen wie "den Markt massieren" und "Hardcore" wollten er und seine Kollegen jedoch nicht preisgeben.

In jüngerer Vergangenheit haben wissenschaftliche Untersuchungen gezeigt, dass Männer, denen Pornofilme gezeigt werden, auch beim Sex risikoreichere Entscheidungen treffen. Andere Ergebnisse deuten darauf hin, dass heterosexuelle Männer weniger über ihre finanzielle Zukunft nachdenken, wenn sie sich Bilder schöner Frauen angeschaut haben. Auch eine noch unveröffentlichte Studie der Harvard-Universität fand einen Zusammenhang zwischen dem Testosteron-Niveau und dem Eingehen finanzieller Risiken.

Macht und Frauen eng verknüpft
Der Harvard-Ökonom Terry Burnham ist davon nicht überrascht. Das stehe doch schon alles in einem berühmten Zitat aus dem Film "Scarface": "In diesem Land musst du erst Geld machen. Und wenn du Geld hast, hast du Macht. Und wenn du die Macht hast, dann bekommst du die Frauen."




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