15. Dezember 2007 16:36

Windantrieb 

Erster Frachter mit Segelantrieb in Betrieb

Comeback des Windantriebs für Frachtschiffe: Das erste mit dem neuen SkySails-Hilfssegelsystem ausgerüstete Frachtschiff ist da.

Erster Frachter mit Segelantrieb in Betrieb
Erster Frachter mit Segelantrieb in Betrieb
Erster Frachter mit Segelantrieb in Betrieb

Comeback des Windantriebs für Frachtschiffe: Das erste mit dem neuen SkySails-Hilfssegelsystem ausgerüstete Handelsschiff ist am Samstag im Hamburger Hafen getauft worden. "Es ist ein notwendiger und wichtiger Schritt in die Zukunft", sagte Reeder Niels Stolberg von der Bremer Beluga Shipping GmbH bei der Veranstaltung an der Überseebrücke.

Der rund 132 Meter lange Schwergutfrachter MS "Beluga SkySails" ist mit einem von der Hamburger Firma SkySails entwickelten Segel ausgerüstet, das den Motorantrieb des Schiffes entlasten soll. Taufpatin war Eva Luise Köhler, die Frau des deutschen Bundespräsident Horst Köhler. Das System ähnelt einem Gleitschirm. Er wird an einem Seil vom Bug des Schiffes aus per Computer gesteuert.

35 Prozent Spritspar-Potenzial
Stolberg bezifferte das Einsparpotenzial der neuen Technologie auf bis zu 20 Prozent der Treibstoffkosten. Wenn das Segel der "Beluga SkySails" nach einer ersten Testphase von derzeit 160 auf 320 Quadratmeter verdoppelt werde, erhöhe sich dieser Wert weiter. "Dann können wir 30, vielleicht sogar 35 Prozent einsparen", sagte der Reeder. Dies sei ein wichtiger Beitrag, um den Druck steigender Energiepreise abzumildern und die Umwelt zu entlasten.

Im Jänner soll die "Beluga SkySails" von Bremen aus zu ihrer Jungfernfahrt nach Venezuela in See stechen. Bevor das neuartige Segel auf dem Frachter installiert wurde, hatten die Entwickler die Technologie monatelang auf einem kleineren Schiff getestet. Durch den Einsatz im seemännischen Alltag erhoffen sich die Entwickler nun wertvolle Hinweise für die Serienproduktion des neuen Antriebs. So plant die Beluga-Reederei bereits, zwei derzeit im Bau befindliche größere Schiffe mit dem System auszurüsten. Deren Segel sollen 600 Quadratmeter groß sein. Stolberg: "Damit können wir die Betriebskosten pro Schiff und Tag um 6.000 US-Dollar (4.135 Euro) senken."




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