11. Oktober 2007 13:41

Prognose 

Es gibt immer mehr Übergewichtige

Mediziner befürchten eine starke Zunahme der Zahl an Übergewichtigen. Diese verursacht immense medizinische Kosten.

Es gibt immer mehr Übergewichtige
© dpa/Z6334 Ralf Hirschberger

Rund 2,6 Millionen Todesfälle und mindestens 2,3 Prozent der Gesundheitskosten werden weltweit jährlich durch Adipositas verursacht. Das berichtete die Österreichischen Gesellschaft für plastische, ästhetische und rekonstruktive Chirurgie (ÖGPÄRC) bei einer Pressekonferenz am Donnerstag. Plastische Chirurgie wird zunehmend bei der Behandlung von Übergewichtigen eingesetzt.

2015 bereits 1,5 Mrd. Übergewichtige?
Nicht nur in den Industrienationen, sondern auch in den Ländern mit stark wachsender Wirtschaft gehöre Adipositas zu den führenden Auslösern von Todesfällen und Invalidität. Schon jetzt sei die Zahl der adipösen Menschen auf eine Milliarde angewachsen, 2015 könnten es bereits 1,5 Milliarden sein, so die ÖGPÄRC. Ärzte und Krankenhäuser müssten sich deshalb auf schwerwiegende Probleme einstellen.

Hilfe für Patienten
Angesichts dieser Zahlen würden sich neue medizinische und gesundheitspolitische Herausforderung ergeben, erklärte Thomas Hintringer, Facharzt für Plastische Chirurgie am Krankenhaus der Barmherzigen Schwestern in Linz. Denn es müsste der zunehmende Anteil an übergewichtigen Menschen verringert werden und gleichzeitig denen Hilfe angeboten werden, die die überschüssigen Kilos unter Kontrolle gebracht haben.

Hängende Haut als Belastung
Nach massiver Gewichtsreduktion leiden Betroffene oft unter hängenden Haut- und Gewebeüberschüssen. Die Plastische Chirurgie sei deshalb ein wesentlicher Teil des Behandlungskonzepts von Adipositas-Patienten, berichtete der Präsident der ÖGPÄRC Manfred Frey. Es handle sich allerdings nicht nur um ein ästhetisches Problem, sondern bedeute neben einer enormen psychischen Belastung auch oft eine Einschränkung in der Beweglichkeit - also auch ihrer Lebensqualität, betonte die Leiterin für Plastische und Rekonstruktive Chirurgie an der Rudolfsstiftung, Maria Deutinger.

Aktive Mitarbeit erforderlich
Da es sich bei den Eingriffen um zeitlich aufwendige Operationen handle, bedürfe es jedoch einer exakten Anpassung an die individuellen Verhältnisse des Patienten, so die ÖGPÄRC. Außerdem sei eine aktive Mitarbeit des Patienten, beispielsweise durch eine dauerhafte Gewichtsabnahme, körperliches Training und ausgewogene Ernährung nötig.




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