05. Dezember 2007 11:30

Nur 880 Mio. Euro 

Europa erhält eigenes Labor auf der ISS

Nun hat Europa eine ständige Präsent im Weltraum. Zusammen mit dem Labor fliegen nun an Bord des Space Shuttles zwei ESA-Astronauten mit.

Europa erhält eigenes Labor auf der ISS
© REUTERS/NASA

Mit dem Start des Shuttles "Atlantis" am Nikolaustag erfüllt sich die europäische Raumfahrt einen Traum: endlich ein eigenes Labor im Weltraum zu haben. Die Raumfähre transportiert in ihrer Ladebucht das "Columbus"-Modul für die Station ISS. Die europäische Raumfahrtbehörde wird damit erstmals selbst bestimmen können, wann sie welche Experimente ausgeführt.

"Columbus" mit ESA-Astronauten an Bord
Sitz des Kontrollzentrums von "Columbus" ist Oberpfaffenhofen bei München. Am 121. Shuttle-Flug nehmen daher auch gleich zwei ESA-Astronauten teil: Hans Schlegel aus Deutschland und Leopold Eyharts aus Frankreich.

Europa hat nun ständige Präsenz im Weltraum
"'Columbus' bleibt unser Eigentum", sagte Schlegel während der Vorbereitung zum Start am 6. Dezember. "Unser Kontrollzentrum wird über 'Columbus' bestimmen. Wir können Experimente rund um die Uhr durchführen. Wenn wir eine neue Idee haben, können wir sie hochbringen und in unserem eigenen Labor ausprobieren." Auch Eyharts zeigte sich begeistert. "Wir hatten vorher noch nie eine ständige Präsenz im Weltraum", sagte er. "Verglichen mit dem, was wir in der Vergangenheit hatten, ist das aus meiner Sicht der erste Schritt hin zu richtigen Aktivitäten im Weltraum."

ESA-Modul soll auch kommerziell genützt werden
"Columbus" ist ein etwa sieben Meter langer Zylinder mit einem Durchmesser von 4,5 Metern. Bis zu drei Astronauten können in ihm gleichzeitig Experimente ausführen. Die Gesamtkosten für das Modul betrugen 880 Millionen Euro, von denen etwa 450 Millionen Euro in Aufträgen an deutsche Unternehmen vergeben wurden. Deutschland trug auch 41 Prozent der Entwicklungskosten. Langfristig ist eine kommerzielle Nutzung geplant.

Bereits für 2002 geplant
Das Labor hatte ursprünglich 2002 ins All gebracht werden sollen. Der Start wurde jedoch mehrfach verschoben, unter anderem wegen der Neuordnung des Shuttle-Projekts nach dem "Columbia"-Unglück. Für den geplanten Starttermin am Donnerstag um 22.31 Uhr MEZ mussten die Europäer drängeln, denn die US-Raumfahrtbehörde Nasa hatte eigentlich 2008 oder 2009 angepeilt. "Das hätte nicht funktioniert", sagte "Columbus"-Projektmanager Bernardo Patti. "Unsere Steuerzahler wurden immer nervöser."




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