07. Jänner 2008 11:56

Studie 

Feinstaub verkürzt unser Leben

Eine Studie des Hygiene-Instituts der Universität Wien enthält alarmierende Zahlen über Erkrankungen und Todesfälle die direkt mit Feinstaub zusammenhängen

Feinstaub verkürzt unser Leben
© apa

Schon im Jahr 2006 gab es Untersuchungen über die verkürzte Lebenserwartung durch Feinstaubbelastung: Damals gab das Umweltbundesamt eine Studie heraus, die vor allem für Graz, Linz, St. Pölten und Wien besonders starke Auswirkungen herausstrich. Die neue, bislang unveröffentlichte Studie, scheint diese Horror-Zahlen zu bestätigen.

Lebenserwartung sinkt deutlich
Der Methodik der Weltgesundheitsorganisation WHO folgend, errechnete das Umweltbundesamt im Jahr 2006, dass bei einer konstant hohen Feinstaubbelastung über mehrere Jahrzehnte die Lebenserwartung deutlich sinken könne:

  • in Graz verringere sie sich demnach um rund 17 Monate,
  • in Linz um 14 Monate
  • in Wien um zwölf Monate
  • in St. Pölten um etwa elf Monate.
  • in Innsbruck um zehn Monate
  • in Klagenfurt um neun Monate
  • in Salzburg wurde immerhin noch eine um sieben Monate kürzere Lebensdauer durch Feinstaub prognostiziert.

Zuordenbare Todesfälle
Die Auswirkungen von Feinstaub PM10 und PM2,5 reichen von (vorübergehenden) Beeinträchtigungen der Lungenfunktion bis zu zuordenbaren Todesfällen, vor allem aufgrund von Atemwegs- und Herz-Kreislauf-Erkrankungen. Nach Ansicht der WHO gehört die Außenluftbelastung zu jenen Umwelteinflüssen, die die größten gesundheitlichen Auswirkungen in westlichen Industrieländern verursachen.

Steirische Grüne fordern Veröffentlichung
Die steirischen Grünen verlangten am Montag von Gesundheitslandesrat Helmut Hirt die "sofortige Veröffentlichung" der aktuellen Feinstaub-Studie, die vom Land Steiermark beim Hygiene-Institut der Universität Wien in Auftrag gegeben wurde. Nebem der "erschreckende Zahlen über Erkrankungen und Mortalitätsraten in der Bevölkerung, die direkt mit Feinstaub zusammenhängen, werde auch der hohe Anteil des Kfz-Verkehrs an der Feinstaubbelastung evident - und dass die geltenden Grenzwerte in der EU viel zu hoch seien".

Dutzende Tote durch Feinstaub
Der Studie zufolge käme es in Graz und Wien "schon pro zehn Mikrogramm pro Kubikmeter Luft zu einem Anstieg von Todesfällen um etwa 1,5 Prozent". Aus Sicht der Medizin müsste man die Grenzwerte für PM10 deutlich senken, anstatt einen Kniefall vor der Autolobby zu machen, so der Studienautor.

Für Graz, wo der Grenzwert 2006 an 120 Tagen überschritten wurde (oft sogar um das Dreifache), hieße das, dass es jedes Jahr Dutzende vorzeitige Sterbefälle aufgrund von Feinstaub gibt. Dabei wird in Graz ausschließlich PM10 und nicht - wie in Wien - auch der noch feinere PM 2,5-Staub gesondert gemessen. Die Messstellen in Graz teilweise umzurüsten wäre kein Problem - die Werte wären dann noch alarmierender, hieß es laut dem Bericht. Besonders betroffen sind Kinder und Menschen über 65.




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