24. Oktober 2007 08:34

Geheime NASA-Studie 

Flugsicherheit viel schlechter als angenommen

Die NASA-Studie ist seit Monaten unter Verschluss - ihre Ergebnisse sind zu brisant für eine Veröffentlichung.

Flugsicherheit viel schlechter als angenommen
© AFP

Eine NASA-Studie über Flugsicherheit verunsichert derzeit die Amerkaner. Vier Jahre lang wurden rund 24.000 Piloten im Rahmen eines 8,5 Mio. Dollar teuren Projekts zu Sicherheitsproblemen im Flugverkehr befragt. Das Ergebnis ist so beunruhigend, dass die Regierung in Washington den Bericht seit Monaten nicht veröffentlicht.

Wenn einmal die große Angst in der Bevölkerung vor dem Fliegen ausbricht, könnte das die Airlines wirtschaftlich schädigen.

Viel mehr Zwischenfälle
Die Studie kommt unter anderem zu dem Ergebnis, dass Zusammenstöße mit Vögeln, Beinahe-Kollisionen in der Luft und Zwischenfälle auf den Start- und Landebahnen mindestens doppelt so oft vorkommen wie laut bisherigen Regierungsberichten. Auch die Anweisungen an Piloten in letzter Minute, ihre Landepläne zu ändern, sind deutlich häufiger als bisher angenommen.

Veröffentlichen oder Löschen?
Nach massiver Kritik, die im Zuge der publik gewordenen Recherchen der Nachrichtenagentur AP laut geworden war, versucht die NASA nun zu beruhigen und kündigte an, möglicherweise Teile der Studie zu publizieren. Vorige Woche dagegen hatte die US-Raumfahrtbehörde die mit der Umfrage beauftragte Firma angewiesen, alle Daten auf ihren Computern zu löschen.

Der US-Kongress will jetzt eine eigene Untersuchung veranlassen und wies die NASA an, die Daten zu speichern.

Schaden für zivile Luftfahrt
Über ein Jahr lang war der AP die Studie nicht zur Verfügung gestellt worden. Ein hoher NASA-Vertreter begründete das damit, dass die Daten das Vertrauen in die Fluglinien erschüttern könnten.

Die NASA informierte mittlerweile auch die US-Luftfahrtbehörde FAA. Diese meldete Zweifel an der Methode der Untersuchung an.

"Daten sind sehr stark"
Luftfahrtexperten zufolge kann der unter Verschluss gehaltene Bericht wichtige Hinweise auf unterschätzte Sicherheitsprobleme geben. "Die Daten sind sehr stark", so der Studienleiter, und die Datenerhebung sei "sehr wissenschaftlich" gewesen.

Die NASA-Studie wurde in Auftrag gegeben, nachdem 1987 eine Kommission des Weißen Hauses die Reduzierung tödlicher Luftfahrtunfälle um 80 Prozent vorgeschlagen hatte. Die Unfallrate fiel seitdem um 65 Prozent.




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