18. Februar 2008 10:40

Zum Geburtstag 

Forensikerin rekonstruiert Bachs Gesicht neu

Die führende Anthropologin Caroline Wilkinson hat schon Tutanchamun und dem heiligen Nikolaus ein Gesicht gegeben.

Forensikerin rekonstruiert Bachs Gesicht neu

Die schottische Anthropologin Caroline Wilkinson rekonstruiert im Auftrag des Bachmuseums Eisenach das Antlitz des Barockmusikers Johann Sebastian Bach (1685-1750) neu. Sie stützt sich dabei auf die Totenmasken von Bach, einen bronzenen Schädelabguss von 1894, Skizzen, Messungen und Fotografien.

Wilkinson hat schon die Gesichter des legendären Pharaos Tutanchamun und des heiligen Nikolaus rekonstruiert und gilt als eine der führenden Gerichtsmedizinerinnen.

Erster Versuch
Bereits 1894 versuchten der Leipziger Anatom Wilhelm His und der Bildhauer Carl Ludwig Seffner nach der Ausgrabung der Gebeine Bachs auf dem Leipziger Johannisfriedhof, das Gesicht des Musikers zu rekonstruieren. Es war die erste medizinische Gesichtsrekonstruktion überhaupt. Das von His entwickelte Messpunktverfahren ist eine von fünf Methoden.

Gesicht mit Fragezeichen
Der in Eisenach geborene Komponist hat nachweislich nur für das Porträt von Elias Gottlob Haussmann Modell gesessen, und der war viel beschäftigt. Durch diese Fließbandarbeit von Haussmann sind viele Details wie Hände, Kleidung, Frisur sehr ungenau. Die Farbe der Augen von Bach ist in den Gemälden mal blau, mal braun. Während die Gesichtszüge durch den Muskelaufbau wohl relativ authentisch rekonstruiert werden können, werden Bachs Haar-, Augen- und Gesichtsfarbe ein Geheimnis bleiben.

Die nach neuen forensischen Erkenntnissen gefertigte Wachsbüste soll in der Sonderausstellung "Bach im Spiegel der Medizin" gezeigt werden, die zum Bach-Geburtstag am 21. März öffnet.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |