04. Jänner 2008 09:08

Erster Bericht 

Forscher entdecken Gendefekt für Kleinwuchs

Sie sind kaum größer als einen Meter: Kleinwüchsige. Jetzt hat ein Forscherteam einen Gendefekt entdeckt.

Forscher entdecken Gendefekt für Kleinwuchs
© BKMF

Betroffene Menschen würden kaum größer als einen Meter, berichtete die Erlanger Fachärztin für Humangenetik Anita Rauch am Donnerstag der Deutschen Presse-Agentur dpa. Die Forscherin der Universität Erlangen leitet das von der deutschen Bundesregierung geförderte internationale Forschungsvorhaben, das seine Entdeckung im US-Fachjournal "Science" vorstellt.

Keine neue "Menschenart"
Die Entdeckung könnte neue Erklärungsansätze für den Kleinwuchs jener kürzlich entdeckten Menschenart liefern, die den Spitznamen "Hobbit" trägt. "Vieles deutet daher daraufhin, dass es sich bei den "Hobbits" nicht um eine bestimmte menschliche Art handelt, sondern um Menschen mit Genveränderungen", erläuterte Rauch. Fachleute sprechen von der Kleinwüchsigkeit des Typs MOPD II ("Microcephalic Osteodysplastic Primordial Dwarfism Type II").

Erhöhtes Diabetes-Risiko
Menschen mit diesem Gendefekt hätten auch ein erhöhtes Diabetes-und Schlaganfall-Risiko, berichtete Rauch. Die Wissenschafter hatten weltweit 25 kleinwüchsige Patienten untersucht, sechs davon stammten aus Deutschland.

Normale Intelligenz
Charakteristisch für diese seltene Form von angeborenem Kleinwuchs ("Microcephalic Osteodysplastic Primordial Dwarfism Type II"; MOPD II) ist auch, dass die Betroffenen bei normaler Intelligenz im Schnitt nur das Hirnvolumen eines drei Monate alten Säuglings besitzen.




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