15. Mai 2008 09:01

Milchstrasse 

Forscher entdecken jüngste Supernova

Spektakel im All: Forscher haben die jüngste Sternenexplosion entdeckt. Die Supernova entstand vor gerade einmal 140 Jahren.

Forscher entdecken jüngste Supernova
© AP

Wissenschaftler um Stephen Reynolds von der North Carolina State University hatten zwei verschiedene Aufnahmen aus den Jahren 1985 und 2007 untersucht- und im Himmelsobjekt "G1.9+0.3" eine massive Veränderung ausgeforscht. Die Formation war innerhalb von gerade einmal zwei Jahrzehnten deutlich expandiert. "G1.9+0.3" müsse also noch sehr jung sein, schlossen die Forscher daraus - wahrscheinlich handelt es sich um die Überreste einer Supernova.

Leuchtkraft erhöht sich gewaltig
Supernovas entstehen, wenn Sterne am Ende ihres Lebens explodieren. Für kurze Zeit erhöht sich ihre Leuchtkraft dabei um einen Faktor von mehreren Milliarden. Daher können sie sogar mit bloßem Auge von der Erde aus beobachtet werden - jedenfalls wenn sie nicht in einer zu großen Entfernung auftreten. Die Überreste der Sternexplosionen sind noch länger mit Teleskopen am Himmel zu sehen (mehr...). In unserer Galaxie, der Milchstraße, sind 250 Formationen dieser Art bekannt. Bislang galt ein 340 Jahre altes Objekt als jüngster bekannter Vertreter.

supernova_ap_3 © AP
(c) AP

Mit Hilfe des Very-Large-Array-Radioteleskops in den USA und des Röntgen-Weltraumteleskops "Chandra" haben Reynolds und seine Kollegen ihre Neuentdeckung gemacht. Über ihre Ergebnisse berichten sie in der Fachzeitschrift "Astrophysical Journal Letters".

Entwicklung wird weiter verfolgt
Die Forscher hoffen auch in Zukunft auf weitere Erkenntnisse: "Diese Supernova wird noch immer heller, sie ist noch auf dem Weg nach oben. Indem wir sie untersuchen, können wir riesige Wissenslücken auffüllen", sagte Stephen Reynolds. Sein Kollege Dave Green von der Universität Cambridge ergänzte: "Da sich 'G1.9+0.3' so schnell ausbreitet, werden wir ihre Entwicklung in den nächsten Jahren verfolgen können."

Als die Supernova vor rund 150 Jahren auftrat, war sie von der Erde aus übrigens nicht sichtbar. Große Mengen von interstellarem Staub und Gas verdeckten den Explosionsort im Sternbild Schütze. Erst die moderne Technik machte die Erforschung der Überreste möglich.




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