18. September 2008 18:17

Great Barrier Reef 

Forscher entdeckten hunderte neue Lebewesen

Am Great Barrier Reef in Australien fanden die Experten z.B. einen Flohkrebs mit einem Hinterbein wie eine Peitsche und 150 neue Korallen.

Forscher entdeckten hunderte neue Lebewesen

Forscher haben am Great Barrier Reef in Australien hunderte bisher unbekannter Korallen und anderer Lebewesen entdeckt. Zu den Überraschungen gehörten ein Flohkrebs mit einem Hinterbein wie eine Peitsche, das dreimal so groß war wie der Krebs selbst.

"Aasgeier des Meeres"
Sie beobachteten eine Cassiopeia-Qualle, die auf dem Rücken auf dem Meeresboden lag, damit die Algen in ihren Tentakeln Sonnenlicht für die Photosynthese tanken konnten, und neue Aasgeier des Meeres - eine Art Assel, die sich von totem Fisch ernährt oder sich wie der "Zungenbeißer" (Cymothoida) im Fischmaul einnistet und die Zunge wegfrisst.

Große Überraschung
"Wir waren völlig überrascht, so viele neue Arten zu finden", so der Leiter der Expedition, Julian Caley, vom australischen Meeresinstitut (AIMS). Diese Forschungen sind Teil einer Initiative von Wissenschaftern aus gut 80 Ländern, die bis 2010 die Biodiversität der Meere dokumentieren wollen.

Nicht menschenscheu
Zur Überraschung der australischen Forscher bevölkern die Tiere teilweise viel besuchte Taucherparadiese unweit der Küste. Doch wurden die Meeresregionen in der Nähe der Inseln Lizard und Heron vor der Ostküste und am Nigaloo Reef in Nordwestaustralien bisher nie so systematisch untersucht. "Taucher sind seit langem von den unglaublich bunten Korallen und Fischen fasziniert, aber unsere Augen werden erst jetzt für die erstaunliche Fülle von anderen Lebewesen in diesem Lebensraum geöffnet", so Ron O'Dor, der die Studie über die Biodiversität des Meeres mit organisiert.

Die Forscher fanden rund 150 neue weiche Korallenarten, mindestens eine neue Krebsart, krabbenähnliche Schalentiere mit besonders langen Greifern und neue Würmer. "Korallen sind gefährdet durch die Versauerung und Erwärmung des Meeres, Umweltverschmutzung und Überfischung", so der Chef des AIMS, Ian Pointer. "Nur, wenn wir die Biodiversität einmal feststellen und dann immer wieder überprüfen, können die Folgen der Bedrohungen und mögliche Lösungen gefunden werden."




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