19. September 2008 10:44

Kampf der Glatze 

Forscher finden Gen für Haarwuchs

Neue Hoffnung für Männer, denen eine Glatze droht: Forscher in Bern haben ein Gen für Haarwuchs entdeckt.

Forscher finden Gen für Haarwuchs

Forscher der Universität Bern haben ein Gen für Haarwuchs entdeckt. Sie fanden die Mutation, die zur Haarlosigkeit bei Nackthunden führt. Da auch der Mensch dieses Gen besitzt, könnte die Entdeckung eine Grundlage für eine künftige Therapie gegen Haarausfall sein.

"Nadel im Heuhaufen"
Die Universität sprach von einer "Nadel im Heuhaufen", die die Wissenschafter gefunden hätten: "Die gesamte Erbsubstanz beim Hund ist in rund drei Milliarden Grundbausteinen, sogenannten Basenpaaren, auf den Chromosomen enthalten", erklärt Tosso Leeb vom Berner Uni-Institut für Genetik. Die Experten grenzten bei ihrer Suche einen DNA-Abschnitt ein, der bei den untersuchten Nackthunden immer gleich war.

Rund 100.000 Basenpaare auf Chromosom 17 hatten stets eine identische Abfolge. Ein Vergleich dieses DNA-Abschnitts von nackten und behaarten Hunden brachte schließlich bei den nackten Tieren eine Mutation zutage, die laut Leeb auf ein einziges Gründertier zurückgehen muss. Damit war das Gen mit dem Namen FOXI3 entdeckt.

Neue Perspektiven
Für die Wissenschafter eröffnet der Forschungserfolg neue Perspektiven: Die Entwicklung von Haaren und Zähnen sei bisher nicht gut verstanden worden, sagt Leeb. Mit FOXI3 sei nun ein weiterer wichtiger Baustein in der komplexen Steuerung identifiziert. Diese Erkenntnis könne in der weiteren Zukunft womöglich auch therapeutisch eingesetzt werden. Wenn ein Gen und seine Funktionen bekannt seien, könne sein Produkt - ein Protein - eventuell durch Medikamente beeinflusst werden, oder es könne selbst als Wirkstoff dienen.

Gleichzeitig dämpfte der Genetiker aber vorschnelle Hoffnungen. "Es ist nicht zu erwarten, dass sich ein Mann ein Wässerchen mit FOXI3 auf das lichte Haupt reiben kann, und am nächsten Tag sprießen seine Haare wieder wie im Jugendalter", sagte er. Aber ein besseres Verständnis der Steuerungsvorgänge des Haarwachstums könnte in Zukunft schon zur Entwicklung von wirksameren Therapien für spezifische Formen der Haarlosigkeit beitragen.




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