27. März 2008 09:52

Sensations-Grabung 

Forscher finden Kiefer des ältesten Westeuropäers

Im Atapuerca-Gebirge Spaniens ist Forschern ein Sensations-Fund gelungen: Der Kiefer eines über eine Million alten Menschen kam bei Grabungen zu Tage.

Forscher finden Kiefer des ältesten Westeuropäers
© Reuters

Spanische Forscher haben bei Ausgrabungen die bisher ältesten Überreste der ersten Westeuropäer entdeckt. Es handle sich um Zähne sowie den Unterkiefer eines Menschen, der vor mehr als einer Million Jahre im heutigen Atapuerca-Gebirge in der nordspanischen Provinz Burgos lebte. Aus der Region gebe es die bisher am genauesten datierten Nachweise über die menschliche Besiedlung Europas, berichtet das Team um die spanischen Paläontologen Eudald Carbonell und José María Bermúdez de Castro im Fachjournal "Nature".

Steinwerkzeuge
Der Unterkiefer wird dem "Homo antecessor" zugerechnet, der nach Überzeugung vieler Wissenschaftler sowohl den modernen Menschen als auch den Neandertaler hervorbrachte. Er lag in einer Schicht von 1,1 bis 1,2 Millionen Jahre altem Gestein. An der Fundstelle wurden auch Steinwerkzeuge zur Herstellung von Feuersteinen sowie Tierknochen mit Schnittspuren entdeckt.

Das erste, rund 800.000 Jahre alte Fossil des "Homo antecessor" war 1994 in den Hügeln Atapuercas ausgegraben und drei Jahre später vorgestellt worden. Derart alte Knochen wie die nun entdeckten waren bisher nicht aufgetaucht. Bei ihren Grabungen in der Gegend hatten die spanischen Forscher unter anderem bereits herausgefunden, dass die ersten Europäer Kannibalen waren.




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