29. Mai 2008 09:12

Neue Tatortanalyse 

Forscher isolierten erstmals DNA aus Hausstaub

US-Forschern gelang ein Durchbruch in der Verbrechensbekämpfung. Erstmals konnte menschliche DNA aus Hausstaub isoliert werden.

Forscher isolierten erstmals DNA aus Hausstaub
© APA/Österr.dna-Zentrallabor

Schlechte Nachricht für Einbrecher, Mörder und andere Verbrecher: US-Forscher haben nach eigenen Angaben erstmals menschliche DNA aus Hausstaub isoliert. Obwohl sich nur billionstel Gramm der Erbsubstanz fanden, reichte das Material für eine Laboranalyse, wie das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" (Nr. 2658, S. 16) berichtet. Allerdings fanden sich in den untersuchten Proben die Gene so vieler verschiedener Menschen, dass sich kein individueller genetischer Fingerabdruck erstellen ließ.

Neue Methoden in der Tatortanalyse
Dennoch könnte die Technik einmal neue Methoden in der Tatortanalyse eröffnen, meinen die Wissenschafter um Bonnie Brown von der Virginia-Commonwealth-Universität in Richmond. Sie hatten Staubproben aus verschiedenen Räumen auf dem Campus gesammelt und analysiert, von hochfrequentierten Hörsälen bis zu ruhigen Büros. Die meiste DNA, die die Forscher fanden, stammte von Bakterien und Pilzen, in jeder der 36 Proben steckte jedoch auch menschliches Erbmaterial.

Letzte Aufenthaltszeit bestimmbar
"Forscher haben die DNA-Menge in Staub schon oft bestimmt, aber noch keiner hat bisher nach menschlicher DNA gesucht", sagte Brown dem "New Scientist". Weitere Forschung könnte es ermöglichen, aus dem isolierten Erbmaterial nicht nur genetische Fingerabdrücke zu gewinnen, sondern anhand des Zerfalls individueller DNA auch die letzte Aufenthaltszeit eines Verdächtigen an einem Tatort zu bestimmen, hoffen die Wissenschaftler, die ihre Staubanalyse im Fachjournal "Forensic Science International" vorstellen.




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