24. August 2007 14:46

Uni Graz 

Gefahrenzonenkarte des Großglockners

Im Rahmen des FWF-Projekts "Alpchange" hat ein Forscherteam der Universität Graz eine Risikokarte des Großglockners für Wanderer erstellt.

"Ein wesentlicher Teil der Wanderwege befindet sich in der mittleren bis hohen Gefahrenzone", erklärte Andreas Kellerer-Pirklbauer vom Institut für Geografie und Raumforschung der Universität Graz.

Ein Beispiel sei die linke Gletscherzunge der Pasterze: "Hier schmilzt das Eis langsam ab, und es kommen viele Touristen hin, die zum Teil nicht viel Hochgebirgserfahrung haben", so Kellerer-Pirklbauer. Im Gipfelbereich, in höheren Zonen über 3.000 Metern, seien Übergangsbereiche vom Gletscher zum Felsen - sogenannte Randspalten - die gefährlichen Bereiche.

Zur Bewertung wurden die Entgletscherung seit den 1850er Jahren, Permafrostverbreitung und Hangneigung herangezogen. In den 1850er Jahren habe das Gletscherende in etwa in 1.900 Metern Seehöhe gelegen; nun sei man bei rund 2.100 Metern, so der Grazer. Der Permafrost würde durch die wärmeren Temperaturen aufgeweicht, was zur Instabilität führt. Dadurch und besonders in Bereichen bei Hangneigungen zwischen 27 und 40 Grad könne es verbreitet zu Murenabgängen und Felsstürzen kommen, die dann Menschenleben und Infrastruktur gefährden.

Ziel der Karte sei keinesfalls, Angst zu verbreiten, meinte Kellerer-Pirklbauer. "Groß geschrieben werden muss hier Bewusstseinsbildung - wo kann es gefährlich werden. Zweck ist nicht, dass jetzt keiner mehr wandern geht." Das Projekt wird im September bei einer internationalen Tagung in Obergurgl (Tirol) vorgestellt. Geplant sei, die Karte später auch der Bevölkerung zugänglich zu machen.




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