24. Jänner 2008 10:53

Neue Idee 

Gentherapie gegen Alkoholsucht

Chilenische Wissenschaftler wollen sich dabei einer asiatischen Genmutation bedienen, die die Toleranz für Alkohol drastisch reduziert.

Gentherapie gegen Alkoholsucht
© APA

Den Wissenschaftler ist es gelungen, Versuchstiere, die gerne Alkohol tranken, durch eine Gentherapie wenigstens für einen begrenzten Zeitraum "von der Flasche wegzubringen". Grundlage für diese Therapie ist eine Genmutation die in Asien häufig vorkommt. Die Mutation verringert die Verträglichkeit des Trägers von Bier, Wein oder Schnaps extrem. Trinken diese Menschen - rund ein Drittel der Asiaten leiden an dem "Defekt" - Alkohol, röten sich deren Gesichter, der Herzschlag erhöht sich und sie fühlen sich schnell krank.

Aktivität von Leberenzym wird beschnitten
Im Ansatz der Wissenschaftler wird die Aktivität eines Leberenzyms beschnitten, das bei der Umwandlung von Alkohol im Körper eine wichtige Rolle spielt. Man würde sich schnell krank fühlen und deshalb vermutlich weniger trinken. Fraglich ist allerdings die Anwendbarkeit beim Menschen. Zum einen sehen viele Trinker nicht ein, dass sie eine Therapie brauchen, zum anderen würde das Krankheitsgefühl bereits bei einem Tropfen Alkohol im Körper auftreten - also auch durch alkoholische Rasierwasser oder ähnliches.

Medikamente existieren bereits
Medikamente, die eine ähnliche Wirkung haben, existieren bereits. Sie müssen aber täglich eingenommen werden. Die Therapie würde einen längeren Zeitraum anhalten. Unklar ist zudem, wie gefährlich diese Therapie für Menschen sein würde.




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