18. Oktober 2007 14:19

Wissenschaft 

Gewaltiges Schwarzes Loch gibt Rätsel auf

Ein nun von Astronomen der Universität San Diego in Kalifornien entdecktes Schwarzes Loch gibt den Wissenschaftlern neue Rätsel auf.

Gewaltiges Schwarzes Loch gibt Rätsel auf

Der bisherigen Theorie für Schwarze Löcher folgend, werden Sterne, wenn sie ihr gesamtes "Brennmaterial" am Ende ihres Lebeszyklus aufgebraucht haben, nur dann zu einem Schwarzen Loch, wenn ihre Masse in etwa dem zwanzigfachen unserer Sonne entspricht. Wenn dies Himmelskörper beim Erlöschen in sich zusammenstürzen, stoßen sie zwar immer noch gut die Hälfte ihrer Masse als Explosion ins All, der Rest verdichtet sich aber immer weiter bis die Schwerkraft auf der Oberfläche so groß ist, dass nicht einmal Licht entweichen kann - übrig bleibt ein Schwarzes Loch mit der Masse von rund 10 Sonnenmassen.

Schwerere oder leichtere Sterne können - so die Theorie - nicht zum Schwarzen Loch werden. Je nach Sonnentyp enden sie entweder als Supernova (Sternenexplosion) oder als Weisser Zwerg bzw. Neutronenstern (extrem dichte Himmelskörper).

Das Schwarze Loch, das keines sein sollte
Das nun entdeckte Schwarze Loch will sich aber so garnicht an die bereits fix geglaubten Theorien halten: Rund 16 mal so schwer wie unsere Sonne hat das Schwarze Loch deutlich "Übergewicht". "Wir haben Schwierigkeiten diesen Himmelskörper mit Standard-Theorien zu erklären", so der Studien-Leiter Jerome Orosz.

Interessant ist auch die nähere Umgebung des Schwarzen Loches: Es ist Teil eines Binärsystems - zwei Sonnen, die sich gegenseitig umkreisen. Den einen Teil des Zwillingssternsystem (Bezeichnung: M33 X-7) bildet das Schwarze Loch, den anderen ein massereicher Stern mit dem 70-fachen Gewicht unserer Sonne.

Dieser Umstand hat auch die Entdeckung des Schwarzen Loches vereinfacht: Da man Schwarze Löcher nicht direkt sehen kann - sie senden ja keinerlei Licht aus - lässt sich die Präsenz eines derartigen Objektes nur anhand seiner Gravitationseffekte auf die Umgebung entdecken.

Ebenfalls aussergewöhnlich: Die beiden Sternenobjekte umkreisen sich ungewöhnlich dicht - das Schwarze Loch berührt auf seiner Umlaufbahn sogar die Gashülle seines Begleitersterns!

Aufgrund ihrer geringen Distanz vermuten die Wissenschaftler, dass sich der supermassive Stern, um den das Schwarze Loch kreist, eines Tages wohl ebenfalls in ein Schwarzes Loch verwandelt. "Wenn das passiert, werden wir zwei Schwarze Löcher haben, die sich in unglaublich geringem Abstand mit extrem hoher Geschwindigkeit umkreisen", sagt Jeffrey McClintock vom Harvard-Smithsonian Center für Astrophysik in Cambridge.

Groß, aber bei weitem nicht das Größte
Auch wenn 16 Sonnenmassen schwer klingt, im Vergleich zu anderen Schwarzen Löchern im Universum wirkt M33 X-7 geradezu lächerlich klein. Im Zentrum vieler Galaxien (auch unserer) befinden sich Supermassive Schwarze Löcher, die mehrere Milliarden Sonnenmassen haben können. Diese Schwarzen Löcher entstehen allerdings völlig anders, als ihre stellaren Kollegen.




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