15. November 2007 13:59

Die Exoten kommen 

Globalisierung bringt neue Spinnen nach Europa

In den vergangenen 150 Jahren sind fast 90 neue Arten eingewandert. Durch den Klimawandel sind auch subtropische Arten begünstigt.

Globalisierung bringt neue Spinnen nach Europa

Mit dem globalisierten Handel sind laut einer Studie der Universität Bern neue Spinnenarten nach Europa gelangt. Sie sind meist größer als die einheimischen Arten. Auch suptropische Spinnen könnten sich durch den Klimawandel bald heimisch fühlen, meinen die Forscher.

Fast 90 Spinnen eingewandert
In den vergangenen 150 Jahren wurden demnach 87 Spinnenarten unbeabsichtigt nach Europa eingeführt. Sie sind im Schnitt größer als die einheimischen Arten, weil große Spinnen während des Transports stressresistenter sind und bessere Chancen haben, in einem neuen Gebiet lebensfähige Populationen zu entwickeln.

Im Frachtcontainer angereist
Dabei ist die Zahl der eingeschleppten Spinnen im untersuchten Zeitraum linear angestiegen. Da Spinnen vor allem mit Industriewaren eingeführt werden, sehen die Forscher einen Zusammenhang mit dem zunehmenden globalen Handel. Je mehr und je schneller Handelswege eine Region mit Europa verbinden, umso mehr fremde Arten überleben in den Frachtcontainern und siedeln sich hier an. Das erklärt auch, weshalb die meisten neuen Arten aus Asien stammen.

Subtropisches Klima
Als weitere Erklärung sehen die Forscher die klimatischen Bedingungen, die in Europa ähnlich wie in Zentralasien sind. Die Studie zieht in Betracht, dass der Klimawandel in Europa bald auch für subtropische Spinnen einen besser geeigneten Lebensraum schaffen könnte.

Künftig rechnen die Forscher vom Zoologischen Institut der Universität Bern damit, dass mindestens eine fremde Spinnenart pro Jahr in Europa Fuß fasst - vermehrt auch giftige.




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