07. November 2007 13:30

Enzymhemmung 

Grazer entdecken Behandlung für Lymphdrüsenkrebs

Forscher an der Universität Graz entdeckten ein neues Entstehungsprinzip bei Lymphdrüsenkrebs. Ist Enzymhemmung eine neue Behandlungsmöglichkeit?

Grazer entdecken Behandlung für Lymphdrüsenkrebs
© APA-FOTO: UNI GRAZ

Ein neues Prinzip der Tumorentstehung für eine häufige Lymphdrüsenkrebsart konnten Wissenschafter der Medizinischen Universität Graz nachweisen. Alexander Deutsch und Peter Neumeister von der Klinischen Abteilung der Hämatologie konnten aufzeigen, dass beim sogenannten Malt-Lymphom - eine bösartige Erkrankung des Lymphdrüsengewebes, die oft im Magen entsteht - aufgrund eines fehlgeleiteten molekularen Mechanismus Krebsgene verändert werden.

"Irrtümlich" Krebsgene verändert
Das Team um die beiden Forscher legte dar, dass ein molekularer Mechanismus fehlgeleitet wird und somit "irrtümlich" viele Krebsgene verändert, teilte die Med Uni in einer Aussendung am Mittwoch mit. Es handle sich dabei um einen Mechanismus, der in der Produktion der Antikörpervielfalt und damit in der Infektabwehr eine wichtige Rolle spielt und von dem die Mehrheit aller Malt-Lymphome betroffen sei. Dies lege den Schluss nahe, dass sie an der Tumorentstehung beteiligt seien, hieß es.

Neue Behandlungsmöglichkeit
Verantwortlich für die Fehlleitung sei das Enzym "activation-induced cytidine deaminase" (AID), das in diesen Tumoren verstärkt gebildet wird und mit der Anzahl der Genveränderungen in Wechselbeziehung zueinandersteht. Eine spezifische Hemmung des Enzyms könnte eine neue Behandlungsmöglichkeit für diese Tumore darstellen, so die Uni.

Mit Preis ausgezeichnet
Neumeister, Leiter der Grazer Lymphomforschungsgruppe, stieß im Rahmen eines Forschungsaufenthalts in den USA auf die Thematik: An der Columbia University wurde ein ähnliches Prinzip nämlich bei einer anderen Lymphomart entdeckt. Rund zwei Jahre forschten die Grazer nun daran, auch beim Malt-Lymphom einen solchen Mechanismus nachzuweisen. Ihre Ergebnisse wurden bereits in der Fachzeitschrift "Blood" veröffentlicht. Erstautor Deutsch von der Arbeitsgruppe der Med Uni erhielt dafür einen Preis der "Österreichischen Gesellschaft für Pathologie" (ÖGP).




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