24. Jänner 2008 17:18

Nach Experten-Runde 

HPV-Impfstoff für EU weiterhin sicher

Für die Europäische Arzneimittelagentur EMEA bleibt die Vakzine trotz zwei Todesfällen in Österreich und Deutschland sicher.

HPV-Impfstoff für EU weiterhin sicher
© dpa

In Österreich sorgte in den vergangenen Wochen der Fall einer 19-Jährigen für Diskussionen, die drei Wochen nach einer Teilimpfung aus ungeklärter Ursache verstarb. Auch in Deutschland starb ein Mädchen. Doch die EMEA gibt jetzt nach eindringlichen Beratungen Entwarnung. Die Fachleute hatten auch über die Meldungen potenzieller Nebenwirkungen aus Österreich diskutiert.

1,5 Mio. Menschen bereits geimpft
"Die Europäische Arzneimittelagentur (EMEA) hat Berichte über Todesfälle bei Frauen, die Gardasil erhalten hatten, bekommen. Dazu gehörten auch zwei Berichte über plötzliche und unerwartete Todesfälle von zwei jungen Frauen in der EU", hieß es. Der Impfstoff sei für die Verhütung von Gebärmutterhalskrebs und anderer Erkrankungen durch HPV zugelassen worden. Die EMEA: "Es wird geschätzt, dass bereits 1,5 Millionen Menschen in Europa mit diesem Impfstoff immunisiert worden sind." Das Medikament ist zentral von der EU für die Verwendung zugelassen worden. Nationale Behörden haben hier keinen Einfluss.

Experte: Impfung hatte mit Tod nichts zu tun
Am Mittwoch und am Donnerstag kam das CHMP-Gremium in London zusammen. An dem Treffen nahm auch ein Teilnehmer als Experte der für die Arzneimittelsicherheit zuständigen Agentur für Gesundheit und Ernährungssicherheit (AGES) teil. Weiters wurde den europäischen Experten der Befund der gerichtsmedizinischen Obduktion der verstorbenen Österreicherin geschickt und lag bei den Beratungen vor. Ein hochrangiger Wiener Experte auf Behördenseite erklärte am Donnerstag, in dem Bericht sei klar erkennbar, dass die Impfung mit größter Wahrscheinlichkeit mit dem Todesfall nichts zu tun gehabt hätte. Ein hundertprozentiger Ausschluss dessen sei aber wegen des Nichtvorhandenseins von Blutserum eben nicht möglich gewesen.

"Vorteile übertreffen die Risiken"
Die Experten: "Auf der Basis der derzeit vorhandenen Hinweise ist das Komitee der EMEA für Medizinprodukte für die Anwendung am Menschen (CHMP) der Meinung, dass die Vorteile von 'Gardasil' weiterhin die Risiken übertreffen und dass keine Änderung der Produktinformationen notwendig sind." Gleichwohl werde die EMEA die Situation weiterhin beobachten, um - so dies notwendig wäre - entsprechende Aktivitäten setzen.

Ärzte und Experten für HPV-Impfung
In Österreich haben sich in den vergangenen Tagen sowohl die Gesellschaft der Kinderärzte als auch zahlreiche andere Experten weiterhin für die HPV-Impfung ausgesprochen. Der Präsident der Österreichischen Krebshilfe, der Wiener Gynäkologe Paul Sevelda, hatte einerseits eine rasche Aufklärung gefordert, andererseits aber auch gesagt, man sollte mit der Impfung angesichts der derzeitigen Atmosphäre vorerst abwarten. Auch er erwarte, dass es keinen Zusammenhang mit dem Todesfall gebe.




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