15. Jänner 2008 11:25

Auserkoren 

"Herdprämie" ist deutsches Unwort des Jahres

"Herdprämie" wurde aus über 1.000 Einsendungen ausgewählt und löst die "Freiwillige Ausreise" des letzten Jahres ab.

"Herdprämie" ist deutsches Unwort des Jahres
© www.sxc.hu

Die Auswahl traf eine Experten-Jury um den Sprachwissenschaftler Horst Dietrich Schlosser. Die Experten stimmten über Vorschläge wie "epileptisches Singen" (von Dieter Bohlen), "Bundestrojaner" oder "Vorratsdatenspeicherung" ab. Als Favorit galten eigentlich der "Präventionsstaat" und das "klimaneutrale Fliegen". In der engeren Auswahl waren auch die "Gebärmaschinen", wie einige deutsche Bischöfe Frauen bezeichneten.

"Herdprämie" ist Betreuungsgeld für Eltern
Als "Herdprämie" bezeichnen Kritiker das vor allem von der CSU geforderte Betreuungsgeld für Eltern, die kleine Kinder zu Hause erziehen. Die Unwort-Jury kritisierte, es gebe inzwischen ein ganzes Wortfeld, das die Diffamierungsabsicht ebenfalls deutlich werden lasse. Dazu gehörten unter anderem die Varianten "Aufzuchtprämie" oder "Gluckengehalt".

Die Wahl zum Unwort des Jahres findet seit 1991 statt. Unter den bisherigen Siegern waren unter anderem der "Gotteskrieger", die "Ich-AG" oder die "Entlassungsproduktivität". Der Sinn der Wahl ist das Hervorheben von sprachlichen Missgriffen aus dem öffentlichen Leben, die im vergangenen Jahr besonders negativ aufgefallen sind und sogar die Menschenwürde verletzten.




Posten Sie Ihre Meinung Neu anmelden Login |