12. Jänner 2008 08:56

Kaufmannsgattin 

Identität der "Mona Lisa" geklärt

Das jahrelange Rätselraten um das berühmteste Lächeln der Welt ist geklärt: Mona Lisa ist eindeutig die Florentiner Kaufmannsgattin Lisa del Gioconda.

Identität der "Mona Lisa" geklärt
© APA

Nach langem Rätselraten ist die Identität der "Mona Lisa" einem Heidelberger Wissenschafter zufolge definitiv geklärt. Auf dem berühmtesten Gemälde der Welt sei "eindeutig" die Florentiner Kaufmannsgattin Lisa del Gioconda zu sehen, sagte der Direktor der Heidelberger Universitätsbibliothek, Veit Probst, am Freitag. Er bestätigte damit einen Bericht des Südwestrundfunks (SWR). Das Bild von Leonardo da Vinci war um 1503 bis 1506 entstanden. Die "Mona Lisa", die in Paris im Louvre hängt, ist bereits unter dem Titel "La Gioconda" bekannt.

Der frühere Leiter der Handschriftenabteilung der Heidelberger Unibibliothek habe in einem sogenannten Wiegendruck - das sind die frühesten Drucke - eine Randbemerkung des Besitzers "mit der handschriftlichen Anmerkung zur Identität" der Mona Lisa entdeckt, berichtete Probsts Stellvertreterin Rike Balzuweit. Der Fund war bereits vor zweieinhalb Jahren in einem Ausstellungskatalog der Heidelberger Universität veröffentlicht worden. Der Besitzer des Druckes war ein Zeitgenosse von Leonardo da Vinci und hatte auch Kontakt zu ihm.

In der Vergangenheit war unter anderem spekuliert worden, ob die "Mona Lisa" mit ihrem weltberühmten Lächeln eine unbekannte Geliebte ist oder ob es sich um ein verschlüsseltes Selbstporträt des Künstlers handelt, wie Balzuweit berichtete. Ein wissenschaftlicher Aufsatz von Probst soll in etwa drei Wochen erscheinen.




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1 Posting
R.-G. Oswald (GAST) meint am 20.05.2013 09:18:39 ANTWORTEN >
MONA-LISA-IDENTITÄT IN HEIDELBERG NICHT GEKLÄRT
Hat man in der Heidelberger Universitätsbibliothek eine Entdeckung gemacht, welche die Identität der "Mona Lisa" klärt?
Die Leonardo-Forscherin Magdalena Soest weist in ihren Büchern (2009, 2011) über eine eingehende Textanalyse nach, daß in dem sogenannten Heidelberger Fund (Marginalnotiz des Agostino Vespucci, eingetragen in einem Wiegendruck der Briefe Ciceros an seine Freunde) von einer PorträtZEICHNUNG - nicht von einem PorträtGEMÄLDE - die Rede ist: Leonardo bzw. Leonardos Werkstatt fertigte vom Kopf der Lisa del Giocondo eine Zeichnung an. Dies findet sich ganz klar durch Wortwahl und Kontext ausgedrückt. Bei der besagten Zeichnung könnte es sich - alles laut Soest - um die von der Kunstgeschichte bisher mit dem mutmaßlichen Titel "Isabella d'Este" versehene Leonardo(?)-Zeichnung handeln. Die "Mona Lisa" des Louvre, das berühmteste Porträtgemälde aller Zeiten, aber bleibt im 'Heidelberger Fund' komplett außen vor.
Die Interpretationen des Bibliotheksleiters Prof. Veit Probst und des sich ihm anhängenden Prof. Frank Zöllner waren möglicherweise etwas vorschnell und oberflächlich.
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