11. Dezember 2008 16:36

Studie 

Immer mehr Autolenker fahren high

Das größte Problem im Staßenverkehr ist nach wie vor der Alkohol. Aber immer mehr, v.a. junge Menschen, fahren auch unter Drogeneinfluss mit dem Auto.

Immer mehr Autolenker fahren high
© AFP

Täglich verursachen Alko-Lenker tödliche Verkehrsunfälle. In Europa sind darauf 10.000 der insgesamt jedes Jahr rund 40.000 Toten auf dem "Schlachtfeld Straße" zurückzuführen. Diese "Routine" in den meisten Staaten der westlichen Hemisphäre wird allerdings manchmal durch Meldungen überlagert, die vom Gebrauch illegaler Drogen unter den Lenkern berichten. Allerdings: Nichts genaues weiß man nicht. Das ist das Fazit einer Analyse der vorhandenen wissenschaftlichen Literatur der Europäischen Drogenbeobachtungsstelle (EMCDDA/Lissabon), die am Donnerstag veröffentlicht wurde.

"Stoppt man Fahrzeuglenker in Europa, den Vereinigten Staaten, Australien und Kanada, kann man bei ein bis zwei Prozent illegale Drogen im Speichel nachweisen. Einen Ausreißer gab es mit Schottland, wo rund elf Prozent der Autolenker einen positiven Speicheltest ablieferten", heißt es in dem Report.

Der Suchtmittelkonsum unter den Fahrzeuglenkern dürfte ziemlich ähnlich jenem der Gesamtbevölkerung sein. Nimmt man Harntests als Parameter - mit ihnen kann der Konsum illegaler Drogen länger retrospektiv gemessen werden -, so tauchten in verschiedenen Studien Häufigkeitswerte von sechs bis zwölf Prozent auf.

In Befragungen ergab sich demnach folgendes Bild

  • 25 Prozent der Allgemeinbevölkerung geben an, mindestens schon einmal alkoholisiert ein Fahrzeug gelenkt zu haben (Minimum: 13 Prozent pro Untersuchung, Maximum: 64 Prozent).
  • Illegale Drogen haben laut eigenen Angaben durchschnittlich 3,4 Prozent (Minimum 2,8 Prozent, Maximum: 4,3 Prozent) jemals vor dem Autofahren etc. konsumiert.
  • Unter den illegalen Drogen ist Cannabis im Straßenverkehr am häufigsten: Unter dessen Einfluss haben schon 2,4 Prozent der Fahrzeuglenker den Verkehr unsicherer gemacht (Minimum: 1,5 Prozent, Maximum: drei Prozent).
  • Bei den Jugendlichen liegen die Quoten von Alkohol und Cannabis knapp beieinander - zumindest, bei Befragungen: 14,6 Prozent der jüngeren Semester haben bereits alkoholisiert ein Fahrzeug gelenkt, 15 Prozent unter dem Einfluss von Cannabis.
  • Eine besondere Risikogruppe sind natürlich jene Menschen, die als habituelle Drogenkonsumenten, wenn nicht als Abhängige, zu bezeichnen sind: Bei ihnen liegt der Anteil derjenigen, die schon einmal "high" ein Fahrzeug gesteuert haben, bei 83 Prozent. Allerdings stieg nur die Hälfte dieser Personen je alkoholisiert ins Auto.

Doch alle diese bisherigen Studien haben bedeutende Methodenmängel. Es muss zwischen verschiedenen Drogen und deren akuter Auswirkung auf die Straßenverkehrssicherheit unterschieden werden. Urintests mit Resultaten, die weiter in die Vergangenheit zurückreichen, sind für aktuelle Untersuchungen eigentlich ungeeignet. Als "Drogenlenker" könnten auch leicht Millionen Menschen betrachtet werden, die Psychopharmaka regelmäßig einnehmen und unter ihrer Einwirkung Fahrzeuge lenken. Offenbar das größte Problem bleibt allerdings der Alkohol im Straßenverkehr.




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