14. September 2007 14:49

Rom 

Immer mehr Priester leiden an Burnout-Syndrom

Auch Priester sind nicht gegen irdische Berufskrankheiten immun. Rom schlägt Alarm: Immer mehr Geistliche leiden an dem Burnout-Syndrom.

Immer mehr Priester leiden an Burnout-Syndrom
© APA

Stress, Einsamkeit und Verlust einer angesehenen sozialen Position belasten immer mehr Geistliche. Die Jesuiten-Zeitschrift "Civilta' Cattolica" warnt in einem diese Woche veröffentlichten Bericht vor dem sogenannten "Burn Out"-Syndrom bei Priestern. Eine zunehmende Zahl von Priestern sei enttäuscht und würde nicht mehr den Sinn ihrer Mission finden. Vor allem das einsame Leben, zu dem die Zölibatsverpflichtung zwingt, Konflikte mit Vorgesetzten oder Schwierigkeiten mit dem Lehramt, ferner Depressionen würden Priester belasten.

Keine Gratifikation
Weitere Gründe für die Enttäuschung der Priester seien ein starker Arbeitsdruck, mangelnde Gratifikation, Konflikte zwischen den persönlichen Werten und jenen der Vorgesetzten, sowie sinkendes Bewusstsein der gemeinschaftlichen Zugehörigkeit. Die Jesuitenzeitschrift warnte, dass viele junge Priester die Zölibatsverpflichtung als "künstliches Leben bewerten, das der Gefahr der affektiven Einsamkeit ausgeliefert ist".

Rund 69.000 katholische Priester haben in den vergangenen 40 Jahren ihr Amt aufgegeben, hatte "Civilta' Cattolica" kürzlich berichtet. 11.000 dieser Priester sind später wieder in ihren Dienst zurückgekehrt, nachdem sie verwitwet waren oder weil sie kein Glück in ihrer neuen Lebensform fanden.

Glaubenskrise
Gründe für die Aufgabe des Priesteramts lägen mehrheitlich in einer "affektiven Instabilität", aber auch in Glaubenskrisen, Konflikten mit Vorgesetzten, ferner Depressionen und charakterlichen Begrenzungen. Zwar habe sich das Kirchenrecht in Sachen Zölibatsverpflichtung für katholische Priester des lateinischen Ritus nicht verändert, man begegne den betroffenen Priestern aber heute "verständnisvoller", heißt es in der "Civilta' Cattolica".




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