26. Februar 2008 14:13

Artenschutz 

In Spitzbergen steht die weltgrößte Saatgutbank

Sie soll Kriege und den Klimawandel überdauern: Eine Anlage in Norwegen kühlt 100 Mio Pflanzensamen. Zum Schutz der Artenvielfalt.

In Spitzbergen steht die weltgrößte Saatgutbank
© AP

Auf Spitzbergen in der Arktis ist am Dienstag die weltgrößte Saatgutbank eröffnet worden, die die Artenvielfalt der Pflanzen auch bei schwersten Katastrophen sichern soll. Die in Felsgewölben bei minus 18 bis 20 Grad lagernden Pflanzensamen sollen selbst die Erderwärmung, Kriege oder einen Ausfall der Kühlsysteme überstehen können. Norwegens Ministerpräsident Jens Stoltenberg sagte, die Anlage solle eine Säule der menschlichen Zivilisation vor Unbilden wie dem Klimawandel schützen.

Zehn Millionen-Dollar-Bau
In der pflanzlichen Samenbank, deren Bau gut zehn Millionen Dollar kostete, fanden 100 Millionen Pflanzensamen aus mehr als 100 Ländern Platz. Aufgenommen wurden Samen afrikanischer und asiatischer Grundnahrungsmittel wie Reis, Mais oder Hirse sowie von Auberginen, Kartoffeln, Salatpflanzen und Gerste aus Europa beziehungsweise Südamerika.

"Die Bedingungen in dem Gewölbe sind perfekt", sagte Cary Fowler vom Global Crop Diversity Fund, der den Betrieb der Anlage finanziert. In der Vergangenheit hätten Naturkatastrophen oder Kriege Pflanzen unwiederbringlich vernichtet. "Sie waren tot wie Dinosaurier - ausgerottet." Mit der Arche Noah für Pflanzen auf Spitzbergen werde die Ausrottung der Arten verhindert, weil es nun "eine Absicherung, einen Plan B gibt".

Gerste kann Kälte 2.000 Jahre überdauern
Die drei Kammern in dem Gewölbe können 4,5 Millionen Proben und gut zwei Milliarden Sämereien aufnehmen. Das Eigentum an dem Saatgut verbleibt bei den Einlagerern, zu denen die weltgrößten Genbanken aus den Entwicklungsländern gehören. Gerste kann in der Kälte 2000 Jahre überleben, Weizen 1700 Jahre und Hirse fast 20.000 Jahre. Selbst wenn die Kühlanlage ausfallen sollte, wird die Temperatur in dem Gewölbe nie über minus vier Grad klettern. "Das ist Plan B für unseren Plan B", sagte Fowler

Stoltenberg und die Friedensnobelpreisträgerin Wangari Maathai aus Kenia brachten die erste Kiste mit Reissamen im der Kühlanlage unter. An der Zeremonie nahm auch EU-Kommissionspräsident Jose Manuel Barroso teil. Barroso sagte, trotz aller Erfolgshoffnungen müsse die Menschheit auf das Schlimmste vorbereitet sein.




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