30. April 2008 08:15

Vor Gericht 

Inselbewohner wehren sich gegen "Lesbe"

Die Bewohner der griechischen Insel Lesbos fühlen sich "psychisch und moralisch vergewaltigt". Sie ziehen jetzt vor Gericht.

Inselbewohner wehren sich gegen "Lesbe"
© www.sxc.hu

Zwei Einwohnerinnen der griechischen Insel Lesbos, wehren sich gegen die ihrer Meinung nach missbräuchliche Verwendung des Begriffs "Lesbe". Zusammen mit einem Aktivisten einer heidnisch-nationalistischen Gruppe - dem Chefredaktor der konservativen Zeitschrift "O Davlos", Dimitris Lambrou - wollen sie vor Gericht erreichen, dass dem griechischen Schwulen- und Lesbenverband OLKE dessen Name aberkannt wird.

Wie Lambrou am Dienstag mitteilte, soll das Verfahren Anfang Juni in Athen stattfinden. Auf seiner Website wirft Lambrou den Lesben vor, einen ursprünglich geografischen Begriff "konfisziert" und damit die Inselbewohner "psychisch und moralisch vergewaltigt" zu haben. "Wir wenden uns gegen die willkürliche Nutzung des Namens unserer Heimat von Personen, die eigenartig sind", so der Journalist.

Eine OLKE-Sprecherin, Evangelia Vlami, sagte auf Anfrage: "Diese Angelegenheit ist vollkommen lächerlich". Sollte es tatsächlich zu einem Verfahren kommen, werde es die gebührende Antwort geben. Der im Norden der Insel gelegene Ort Eressos gilt als Heimat der antiken Dichterin Sappho, die von Frauenliebe sang. Jedes Jahr treffen sich dort im Sommer Lesben aus aller Welt. Auf Griechisch ist die Insel weniger unter dem Namen Lesbos als vielmehr unter der Bezeichnung Mytilini bekannt. So heißt auch die Inselhauptstadt.




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