28. November 2007 17:57

Erforscht 

Ist es warm, kommen mehr Buben zur Welt

Das war, wie Forscher jetzt herausfanden, zumindest im Finnland des 18. und 19. Jahrhunderts der Fall.

Ist es warm, kommen mehr Buben zur Welt
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Seit jeher wollen werdende Eltern meist möglichst früh wissen, ob ihr ungeborenes Kind ein Bub oder ein Mädchen wird. Die moderne Medizin macht es möglich, dass man das Geschlecht bereits Monate im Voraus bestimmen kann. Schon länger ist bekannt, dass die Lebensumstände einer schwangeren Frau das Geschlecht beeinflussen können. Während eines Kriegs oder einer Krise kommen beispielsweise weniger Buben auf die Welt.

Wetter hat Einfluss
Wie finnische Forscher jetzt herausfanden, hat auch das Wetter einen gewissen Einfluss. Samuli Helle von der Universität in Turku und seine Kollegen haben die demografische Entwicklung der Samen, eines nordskandinavischen Volkes, untersucht. Im Mittelpunkt ihrer Forschung standen die Jahre 1745 bis 1890.

Temperaturrekonstruktionen
Sie verglichen dabei die Kirchenregistereinträge der Lutherschen Kirche mit den Klimadaten der entsprechenden Jahre. Allerdings mussten sie sich mit Temperaturrekonstruktionen behelfen, da im Norden Finnlands erst seit dem 20. Jahrhundert Aufzeichnungen über das Wetter gemacht werden. Die Forscher berücksichtigten nicht nur das Geburtsjahr, sondern auch das Jahr davor, in dem vermutlich die Empfängnis stattfand.

Buben mögens warm
Das Ergebnis: Warme Jahre begünstigten Buben. Ist es im Geburtsjahr kühler, steigt wiederum der Anteil der Mädchen. Pro Grad Temperaturanstieg zwischen dem Jahr der Zeugung und dem Geburtsjahr werden ein Prozent mehr Buben geboren. Welche Mechanismen sich im Detail auf das Geschlecht auswirken, konnten die Forscher aber nicht bestimmen. Dafür waren die Informationen zu ungenau.




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