05. Oktober 2007 07:40

Mega-Projekt 

Japanische Sonde erreicht den Mond

195 Millionen Euro hat Japan in die Mondmission gesteckt, nun hat die Raumsonde SELENE den Erdtrabanten erreicht.

Japanische Sonde erreicht den Mond
© AP

Im Wettlauf der asiatischen Staaten um eine Präsenz im Weltall hat sich Japan vorerst an die Spitze gesetzt: Drei Wochen nach ihrem Start erreichte die Mondsonde "Selene" am Freitag die Umlaufbahn des Erdtrabanten. "Wir freuen uns, eine der größten Herausforderungen dieser Mission gemeistert zu haben", sagte ein Sprecher der japanischen Raumfahrtbehörde JAXA.

Einjährige Mission
Die Sonde soll in ihrer etwa einjährigen Mission in rund einhundert Kilometern Höhe über der Mondoberfläche kreisen und Daten zur Entstehung und Entwicklung des Mondes liefern. Offiziell heißt die Raumsonde "Selene" (Selenological and Engineering Explorer), die Japaner gaben ihr aber den liebevollen Spitznamen "Kaguya" - in Anlehnung an den Namen einer japanischen Märchenprinzessin.

Größte Mondmission seit Apollo
Das "Kaguya"-Programm kostet rund 55 Milliarden Yen (355 Millionen Euro), es ist nach Angaben von JAXA die größte Mondmission seit dem Apollo-Programm der USA. Rund 15 verschiedene Messinstrumente und Beobachtungsgeräte sollen die mineralische Zusammensetzung des Mondes ermitteln und magnetische Phänomene aufklären. Der rund 380.000 Kilometer von der Erde entfernte Mond birgt für die Wissenschaft bis heute viele Rätsel. Die genauen Umstände seiner Entstehung, seine mineralische Zusammensetzung und das mögliche Vorhandensein von Wasser sind bisher nicht geklärt.

Soll Landschaft und Gravitation des Mondes aufzeichnen
Die Sonde "Kaguya", die vor ihrer Kursänderung in Richtung Mond erst zweimal die Erde umkreiste, soll auf dem Erdtrabanten Merkmale von Landschaft und Gravitation aufzeichnen. Im nächsten Schritt der Mission müsse nun das Funktionieren der zur Beobachtung eingesetzten Kameras und Radargeräte gewährleistet werden, sagte der JAXA-Sprecher am Freitag.

Einige Rückschläge für japanisches Weltraumprogramm
Das japanische Raumfahrtprogramm hatte in den vergangenen Jahren einige Rückschläge erlitten, so musste im November 2003 eine mit einem Spionage-Satelliten beladene Rakete wegen eines Antriebsfehlers kurz nach dem Start abgeschossen werden. Mit dem "Kagoya"-Projekt hofft das asiatische Land nun auf neuen Schub für seine Weltraum-Ambitionen: Im Jahr 2012 soll ein japanischer Roboter auf der Mondoberfläche landen, auch menschliche Siedlungen auf dem Erdtrabanten zieht die japanische Raumfahrtagentur für die fernere Zukunft in Betracht.

Auch Indien und China drängen ins All
Neben Japan drängen auch andere asiatische Staaten ins Weltall: Indien kündigte im September ein eigenes Raumfahrtprogramm an und will eigene Astronauten ins All schicken. China startete 2003 seine erste bemannte Weltraummission und war damit nach der Sowjetunion und den USA der dritte Staat, der einen bemannten Raumflug organisierte.




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