11. August 2007 11:51

Kaltenbrunner 

K2 Expedition 400m vor Gipfel gescheitert

Nur 400 Meter vor dem Ziel gab die Extrem-Alpinistin auf: Wegen Erschöpfung und Schneebrettgefahr.

K2 Expedition 400m vor Gipfel gescheitert
© APA

Mit einem Kraftakt wollte Gerlinde Kaltenbrunner (36) noch das Unmögliche schaffen und den K2 mit einer Nonstop-Besteigung bis Samstagmittag bezwingen. Doch der zweithöchste und schwierigste Achttausender hat sich für die Oberösterreicherin neuerlich als übermächtiger Gegner erwiesen: Rund 400 Meter unter dem Gipfel musste die Alpinistin aufgeben, berichteten "Life Radio" sowie das Expeditionstagebuch.

Gemeinsam mit ihrem Kamerateam und vier weiteren Bergsteigern war Kaltenbrunner am Freitag um 2.00 Uhr aus dem Basislager des 8.611 Meter hohen Bergriesens aufgebrochen. Bis Freitagnachmittag erreichte die Gruppe ohne Schwierigkeiten das vorletzte Lager auf etwa 7.000 Meter Höhe. Am späten Abend wollen die Bergsteiger den letzten Zwischenstopp auf 7.800 Meter einlegen.

Wegen Erschöpfung aufgegeben
Die Nonstop-Besteigung, komme gut voran, hatte Kaltenbrunners Ehemann Ralf Dujmovits noch am Freitag berichtet, der nach dem Scheitern des ersten Versuchs (31. Juli) wegen "mentaler Müdigkeit" im Basislager war. Die 36-Jährige brach schließlich, nur mehr in Begleitung eines Kameramanns, kurz vor dem ersehnten Ziel ab. Die Schneeverhältnisse hatten die beiden zu sehr ermüdet, zudem befürchtete die Oberösterreicherin Schneebrettgefahr. Die Erschöpfung der Expeditionsteilnehmer gab schließlich den Ausschlag: Man gibt für heuer auf.

Richtige Entscheidung
"Gut entschieden!!", schreibt der Erleichterte Ehemann Dujmovits im Internet-Tagebuch, "Mein Inneres jubelt, selbst wenn ich Gerlinde, David und Daniel - und natürlich auch den anderen - den Gipfel von Herzen gegönnt hätte."

Gefährlicher Berg
Einer deutschen Studie von Anfang 2007 zufolge kehrten rund 24 Prozent der Gipfelbezwinger am K2 nicht mehr lebend zurück. Die Oberösterreicherin Kaltenbrunner musste bei ihrem ersten Aufstiegsversuch zum Gipfel Ende Juli wegen schlechten Wetters und am Samstag wegen zu großer Müdigkeit sowie Schneebrettgefahr umdrehen. Begleitet wurde sie beim ersten Versuch von ihrem deutschen Ehemann Ralf Dujmovits, der den Berg bereits bezwungen hat. Diesmal war er wegen mentaler Müdigkeit im Basislager geblieben.




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