30. Jänner 2009 16:50

US-Forschung 

Käfer mit Mikrochip fliegt ferngesteuert

Das winzige Tier trägt einen Prozessor und wird per Funk stimuliert - Nützen könnte es schießlich dem Militär.

Käfer mit Mikrochip fliegt ferngesteuert
© Universität Berkeley
Käfer mit Mikrochip fliegt ferngesteuert

US-Forscher haben einem Käfer einen Mikrochip eingepflanzt, mit dem sie das Insekt fernsteuern können. Der Käfer startet und landet per Funksignal und biegt auf Wunsch rechts oder links ab. Das von der US-Militärforschungsagentur DARPA geförderte Projekt könnte einmal für Überwachungs- oder Rettungseinsätze nützlich sein. Der "Cyborg-Käfer" wurde jetzt auf einer Fachmesse im italienischen Sorrent vorgestellt.

Simple Sache
Die Käfer-Fernsteuerung besteht aus einem Standard-Mikroprozessor, einem handelsüblichen Funkempfänger und einer Batterie, die gemeinsam auf einer kleinen Platine fixiert sind. Sechs Elektroden laufen von dort in die Flügelmuskeln und in den für optische Reize zuständigen Hirnbereich. Oszillierende Signale in diesen Hirnbereich lassen den Käfer abheben, ein kurzer Impuls führt zur Landung. Signale an den rechten oder linken Flügelmuskel führen zu einer Kurve in die entsprechende Richtung.

Praktischer als Motten
Die Gruppe um Michel Maharbiz von der Universität von Kalifornien in Berkeley hatte davor schon andere "Cyborg-Käfer" geschaffen, der jetzt präsentierte ist aber der erste mit einer Funkfernsteuerung. Bisherige Forschungen zur Kontrolle des Insektenflugs haben sich vor allem auf Motten konzentriert. Käfer könnten jedoch mehr Nutzlast tragen und sind einfacher zu steuern. Die nur kurzen benötigten Pulse verlängern die Batterielebensdauer.

Bemühungen, miniaturisierte Fluggeräte zu bauen, stoßen auf zahlreiche Schwierigkeiten. Mit dem "Cyborg-Käfer" gehen die Forscher einen anderen Weg, indem sie die perfekten Flugkünste der Insekten für ihre Zwecke ausnutzen.

Hier geht's zum Original-Projekt




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