03. Dezember 2007 16:53

"Size Germany" 

Kleidergrößen werden der Wirklichkeit angepasst

Das Institut "Size Germany" vermisst tausende Teilnehmer, damit die Konfektionsgrößen den Menschen wieder passen.

Kleidergrößen werden der Wirklichkeit angepasst
© sxc

Viele Frauen kennen das: Sitzt die Hose an den Oberschenkeln perfekt, zwickt sie in der Taille. Schmiegt sie sich wie eine zweite Haut an die Rundungen der Hüfte an, schlabbert sie unten. Damit soll nach dem Projekt "Size Germany" Schluss sein: Durch die Vermessung von 12.000 Frauen, Männern und Kindern in ganz Deutschland sollen die Konfektionsgrößen an die Wirklichkeit angepasst werden. Bis Ende 2008 soll das Projekt abgeschlossen sein.

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Digitaler Zwilling
Bei der Vermessung wird eine Laserlinie auf den Körper projiziert. Von oben nach unten erfasst sie die Körperform. Mithilfe von acht Digitalkameras wird die Form aufgenommen und am Computer quasi ein digitaler Zwilling des Probanden erstellt. Dazu müssen sich die Teilnehmer bis auf die Unterwäsche ausziehen. Nach der Messung erfahren sie, welche Konfektionsgröße sie haben.

Laser, Waage und Maßband
In vier verschiedenen Körperhaltungen werden die Teilnehmer gemessen. Ihr Gewicht und ihre Körpergröße werden nicht von dem Lasergerät erfasst, die müssen mit Maßband und Waage ermittelt werden. Eine Vermessung dauert ungefähr zehn Sekunden. Danach muss man einen Fragebogen ausfüllen. Dabei wird u.a. gefragt, welche Konfektionsgrößen sie bisher gekauft haben.

Änderungen mit der Zeit
Verantwortlich für das Projekt sind das Hohensteiner Institut und die Firma Human Solutions. "In den Industrieländern werden die Menschen immer größer. Nun wollen wir feststellen, wie ihre Figur sich verändert", sagte der Ingenieur Martin Rupp, der bei den Hohensteiner Instituten das Projekt leitet.

Jede 2. Frau trägt falschen BH
Die Hohensteiner Institute messen schon seit 50 Jahren im Auftrag von Bekleidungsindustrie und Automobilindustrie. Die letzte Reihenmessung bei Frauen hat im Jahr 2000 im Auftrag der Miederwarenindustrie stattgefunden. "Dabei haben wir festgestellt, dass 50 Prozent der Frauen die falsche BH-Größe tragen", sagte Rupp.

Die letzte Vermessung von Männern liegt schon länger zurück. Die Veränderung ihrer Körpermaße wurde seit den 70er Jahren nicht mehr überprüft. "Da erwarten wir große Überraschungen", sagte der Ingenieur. Denn damals wurde noch per Hand mit dem Maßband gemessen. "Das Lasergerät ist viel genauer."




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