07. Dezember 2007 16:06

Deutschland 

"Klimakatastrophe" ist Wort des Jahres

Das deutsche Wort des Jahres ist "Klimakatastrophe". Diese Wahl gab die Gesellschaft für deutsche Sprache (GfdS) am Freitag bekannt. In Österreich läuft die Suche noch.

"Klimakatastrophe" ist Wort des Jahres
© (c) AP/ NASA

"Klimakatastrophe zeigt die Richtung, die der Klimawandel annimmt", sagte der GfdS-Experte Gerhard Müller. Auf Platz zwei setzte die Jury "Herdprämie", einen Schlüsselbegriff der Diskussion um die Kinderbetreuung. Die Debatte um den Nichtraucherschutz brachte "Raucherkneipe" auf Platz drei. Der Rummel um den Berliner Eisbären Knut fand seinen Ausdruck zum Abschluss der Zehnerliste: "Alles wird Knut".

"Wort lenkt ab"
Der Mitautor der UN-Weltklimastudie, Joseph Alcamo, hat davon abgeraten, den Klimawandel als Katastrophe zu bezeichnen. "Katastrophe ist kein wissenschaftlicher Begriff. Das Wort lenkt davon ab, dass wir uns auf realistische Szenarien konzentrieren müssen", sagte der Leiter des Wissenschaftlichen Zentrums für Umweltsystemforschung an der Universität Kassel am Freitag in einem Gespräch mit der Deutschen Presse-Agentur dpa.

"Fanmeile" im letzten Jahr
Im vergangenen Jahr hatten die Sprachwissenschaftler "Fanmeile" zum Wort des Jahres gekürt, weil es am besten die Begeisterung bei der Fußball-Weltmeisterschaft ausdrückte.

Schweiz: "Sterbetourismus"
"Sterbetourismus" ist das Wort des Jahres 2007 in der deutschsprachigen Schweiz. Der Begriff habe die liberale Gesetzgebung der Schweiz in den Mittelpunkt des internationalen Interesses gerückt, hieß es am Donnerstag in Schweizer Medien. Zudem beschreibe das Wort "Sterbetourismus" eine vermeintliche Kommerzialisierung des Todes. Das "Wort des Jahres" wird in der Deutschschweiz, die zwei Drittel des Landes umfasst, und Liechtenstein seit 2003 bestimmt.

Das Thema "Sterbetourismus" beherrsche Schlagzeilen und Stammtisch gleichermaßen, erklärte die aus Journalisten und Autoren zusammengesetzte siebenköpfige Jury ihre Auswahl aus 2000 Wortvorschlägen aus der Bevölkerung. Nachdem die Sterbehilfe-Organisation Dignitas auf einem Parkplatz bei Zürich zwei Deutschen zum Freitod verholfen hatte, hat dieses Thema erneut in der Schweiz aber auch in Deutschland für Aufregung gesorgt. Über 100 sterbewillige Deutsche sind im vergangenen Jahr in die Schweiz gereist, in der passive Sterbehilfe straffrei bleibt.

Österreich-Wahl noch bis 31.12.2007
Die Wahl zum Wort des Jahres in Österreich läuft noch, das Ergebnis wird am 31. Dezember bekanntgegebenen. Vorschläge können unter http://www-oedt.kfunigraz.ac.at/oewort/ abgegeben werden.




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