03. Juli 2008 10:59

Erkenntnis 

Klimawandel bedroht Pinguine

Der Klimawandel stellt eine zusätzliche Belastung neben Ölverschmutzung und Überfischung da. Die Folge: ein dramatischer Bestandsrückgang.

Klimawandel bedroht Pinguine
© www.sxc.hu

Immer mehr Pinguinarten sind vom Aussterben bedroht. Die Gründe hierfür liegen nach neuen Erkenntnissen amerikanischer Wissenschafter in der globalen Erderwärmung, der Ölverschmutzung der Meere, der intensiven Fischerei und im Tourismus. Zudem signalisierten die kränkelnden Frackträger, dass die Weltmeere ebenfalls gefährdet seien, erklärte der Biologe P. Dee Boersma in der Juliausgabe der Zeitschrift "Bioscience".

In ihrer Studie brachten die Wissenschafter der Universität von Washington den Rückgang der Pinguinarten mit dem allgemeinen Befinden der Südsee in Verbindung. "Jetzt sehen wir die Auswirkungen der Erderwärmung und der Umweltverschmutzung in den abgelegensten Winkeln der Welt", schrieb Boersma.

Zwölf Pinguinarten in Gefahr
Den Untersuchungen zufolge sind zwölf von insgesamt 16 bis 19 Pinguinarten in Gefahr. Drei sind vom Aussterben bedroht, sieben gefährdet, bei zwei weiteren Arten nimmt das Gefährdungsrisiko zu. Vor 15 Jahren waren gerade einmal fünf bis sieben Pinguinarten in Gefahr, teilte die International Union for the Conservation of Nature (IUCN) mit, ein Dachverband von Naturschutzorganisationen.

Die Studie untersuchte besonders die weltweit größten Bestände des Patagonischen Pinguins am Punta Tumbo in Argentinien. Allerdings ging die Zahl der brütenden Paare seit Ende der 60er Jahre bis 2006 von 400.000 auf 200.000 zurück. Bei den Afrikanischen Pinguinen waren es einst 1,5 Millionen. Derzeit brüten nur noch 63.000 Paare dieser Art. Ein Grund für den Rückgang der Pinguine am Punta Tumbo sind Ölteppiche. Die Atlantikküsten von Argentinien, Brasilien und Uruguay werden regelmäßig von Ölteppichen verschmutzt, was den Tieren ihre Nahrungsquelle nimmt.

Erderwärmung
Adeliepinguine müssen vor allem mit der Erderwärmung im Westen der Antarktis kämpfen. Dies bereite massive Probleme bei der Nahrungssuche, sagte der Biologe und Tierschützer Phil Trathan. Galapagospinguinen macht das El-Nino-Phänomen zu schaffen: Da das Wasser auf den Galapagosinseln zu warm geworden sei, müssten die Frackträger auf der Suche nach Nahrung weiter reisen als bisher, sagte Boersma. Oftmals verlassen sie dafür ihre Jungen. Nur einige Pinguinarten wie die Königspinguine vermehren sich weiterhin.




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