11. August 2007 14:43

Höhlenforschung 

Längstes Höhlensystem der EU im Toten Gebirge entdeckt

Mit 120 km Länge ist das "Schönbergsystem" das längste Höhlensystem im EU-Raum.

Längstes Höhlensystem der EU im Toten Gebirge entdeckt
© APA

Österreichische Forscher haben eine Verbindung zwischen zwei Riesenhöhlen im Toten Gebirge im oberösterreichisch-steirischen Grenzgebiet nachgewiesen. Damit sei das längste Höhlensystem der EU entdeckt worden, teilte der Landesverein für Höhlenkunde in Oberösterreich am Samstag in einer Presseaussendung mit. Es trägt den Namen "Schönbergsystem" und ist 120 Kilometer lang.

Vermutungen wurden nun nachgewiesen
Enge Spalten und Röhren verbinden die 86 Kilometer lange Raucherkarhöhle mit dem 34 Kilometer langen Feuertal-Labyrinth. Ein Zusammenhang sei schon lange vermutet worden, erklärte der Obmann des Landesvereins, Maximilian Wimmer, im APA-Gespräch. Die so genannte "Fensterhalle" im Raucherkar am Abhang des westlichen Toten Gebirges war erst 1961 entdeckt worden. Seither drangen Expeditionen immer weiter in das Innere des Berges vor. Parallel dazu wurde auch das von der Feuertal-Eishöhle ausgehende Labyrinth laufend erforscht. Riesige Gänge mit tropfsteingeschmückten Hallen führten schnurstracks in Richtung Raucherkarhöhle und ließen eine Verbindung immer wahrscheinlicher werden.

Alpine Höchstleistungen in der Höhle
Am 3. August dieses Jahres konnte eine Expedition schließlich den lange erhofften Nachweis erbringen: Über ein enges Labyrinth von Spalten und Röhren gelangten die Forscher vom Feuertalsystem in die Raucherkarhöhle. Die Expedition verlangte den Teilnehmer alpinistische Höchstleistungen ab. So mussten beispielsweise mehrere hundert Meter tiefe Schachtsysteme überquert werden.

Virtuelles 3D-Modell Mit seinen 120 Kilometern Länge zähle das Schönbergsystem zu den längsten unterirdischen Labyrinthen der Erde, erklärt Wimmer. Dem Erfolg waren jahrzehntelange Forschungen vorausgegangen. Neben den Höhlenkundlern aus Oberösterreich waren auch Experten aus anderen Teilen Österreichs und aus dem Ausland beteiligt. Die Forschungen liefern auch wertvolle Ergebnisse für die Wissenschaft, erklärte Wimmer. So sind die 120 Kilometer Höhlengänge lückenlos in einer Datenbank dokumentiert und erlauben als virtuelles 3D-Modell tiefe Einblicke in die unterirdischen Wasserwege des Toten Gebirges.




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