08. Jänner 2008 11:36

Greenpeace-Studie 

Landwirtschaft als Klimakiller

Die globale Landwirtschaft ist laut einer neuen Greenpeace-Studie einer der größten Verursacher klimaschädlicher Treibhausgase.

Landwirtschaft als Klimakiller
© sxc.hu

Vor allem die Überdüngung, aber auch die zunehmende Waldrodung, der sinkende Humusanteil im Boden und die intensive Tiermast seien in der Landwirtschaft die Hauptverursacher klimaschädlicher Gase wie CO2 (Kohlendioxid) und N2O (Lachgas), so die Umweltorganisation Greenpeace in ihrer veröffentlichten Studie "Cool Farming".

Hauptverursacher des Klimawandels
Schätzungen zufolge gehen zwischen 17 und 32 Prozent aller von Menschen verursachte Treibhausgase auf das Konto der globalen Agrarwirtschaft. "Die schlechte Nachricht ist, dass die industrielle Landwirtschaft einer der Hauptverursacher des Klimawandels ist und die verursachten Umweltschäden bereits im Roten Bereich liegen", sagte Greenpeace-Klimaexperte Jurrien Westerhof, "Die gute Nachricht ist, wenn sofort Gegenmaßnahmen gesetzt werden, kann die Landwirtschaft sogar einen Beitrag zur Senkung der CO2-Emissionen leisten."

Lösungsvorschläge
Die Studie "Cool Farming" wurde von Pete Smith, einer der Autoren des letzten Berichtes des UNO-Weltklimarates und Professor an der Universität Aberdeen (Schottland), im Auftrag von Greenpeace erstellt. Außerdem würden sich in der Studie auch einfach umzusetzende Lösungen finden, um dem derzeit vorherrschenden Trend entgegenzuwirken.

Lachgas schädlicher als CO2
Vor allem der hohe Energie- und Chemikalieneinsatz gelte im Agrarbereich neben der Waldrodung, dem sinkenden Humusanteil in den Böden und der Tiermast als Hauptverursacher von Treibhausgasen. Die Studienautoren schätzen den Ausstoß an CO2-Äquivalenten durch die Landwirtschaft auf einen Wert zwischen 8,5 und 16,5 Milliarden Tonnen pro Jahr. Mit 2,1 Milliarden Tonnen CO2-Äquivalenten habe der übermäßige Einsatz von Dünger dabei den größten Anteil. Durch die Überdüngung der Felder entstehe vor allem Lachgas (N2O), das in etwa dreihundert Mal so klimaschädlich ist wie CO2.

Reduktion des Fleischkonsums
"Gerade die Überdüngung mit Stickstoff ist sehr problematisch, weil dadurch äußerst schädliche Lachgas-Emissionen entstehen. Es braucht hier strenge Richtlinien, damit Dünger nicht in zu hohen Mengen verwendet wird", so Westerhof, "Weitere Maßnahmen sind nötig, damit der Humusanteil im Boden erhöht wird. So kann der Boden zum CO2-Speicher werden, statt zu einer CO2-Quelle, wie es derzeit zum Beispiel beim Maisanbau oft der Fall ist. Letztendlich muss aber auch der weltweite Fleischkonsum reduziert werden."

Österreichische Bauern vorbildhaft
Laut Lebensministerium ist Österreich beim Klimaschutz in der Landwirtschaft vorbildhaft. Durch Maßnahmen im agrarischen Umweltprogramm ist es gelungen den Ausstoß an Treibhausgasen in der heimischen Landwirtschaft seit 1990 um 14,3 Prozent zu reduzieren. In allen wesentlichen Kategorien seien erhebliche Reduktionen erreicht worden: bei Methan aus der Viehhaltung minus 14,9 Prozent, bei Methan aus dem Güllemanagement minus 16,9 Prozent, bei Lachgas aus der Düngung minus 14,1 Prozent sowie schließlich bei Lachgas aus dem Güllemanagement minus 12,8 Prozent.




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