03. September 2007 11:08

Kardiologenkongress 

Lebensstil macht zu drei Viertel herzkrank

Herzinfarkt und "Verkalkung" der Herzkranzgefäße: Unter den Herzleiden sind diese Koronarerkrankungen besonders gefürchtet.

Lebensstil macht zu drei Viertel herzkrank
© dpa

74 Prozent dieser Krankheiten lassen sich auf fünf durchaus beeinflussbare Lebensstilfaktoren zurückführen. Das erklärte am Sonntag beim Europäischen Kardiologenkongress mit mehr als 25.000 Teilnehmern die französische Expertin Vanina Bongard (Universität Toulouse). Am gefährlichsten ist offenbar der Bluthochdruck.

Beinflussbar
Hypertonie, Cholesterin, Diabetes und Rauchen gelten als die schwerwiegendsten Herz-Risikofaktoren. "Sie wurden als modifizierbare Faktoren identifiziert", sagte die Expertin. Die genaue Abschätzung des Gewichts der einzelnen Faktoren ist aber seit langem eine Streitfrage.

Langzeitstudie
Die französischen Wissenschafter nahmen deshalb zwischen 1991 und 1993 7.161 Männer ohne koronare Herzkrankheit (Herzinfarkt, Angina pectoris) im Alter zwischen 50 und 59 Jahren in eine Beobachtungsstudie auf. Die Männer wurden jährlich eingehend untersucht. Vanina Bongard: "Nach zehn Jahren lag die Häufigkeit von Infarkten oder des Todes durch koronare Herzkrankheit bei 2,7 Fällen pro 1.000 Personen und Jahr."

Bluthochdruck am gefährlichsten
Bei den Probanden, bei denen der Unglücksfall eingetreten war, wurden die Daten aus den Erstuntersuchungen analysiert. Die französische Ärztin: "Ein zu Beginn der Studie schon hoher Blutdruck von mehr als 140/90 mmHg hatte das größte Gewicht mit einem Anteil von 29 Prozent an der Entstehung der Krankheit. Dann folgten ein hoher Wert des ("bösen") LDL-Cholesterins mit 15 Prozent und ein niedriger Wert an ("gutem") HDL-Cholesterin mit 14 Prozent. Rauchen war mit zwölf Prozent beteiligt, dann Diabetes mit fünf Prozent. So waren diese Faktoren mit 75 Prozent für die neuen Fälle an koronaren Herzerkrankungen verantwortlich."

Vanina Bongard: "Man könnte also die Zahl der koronaren Herzkrankheiten vierteln, wenn man diese Risikofaktoren völlig ausschalten würde."




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