17. Dezember 2007 17:24

Bei Sotheby's 

"Magna Charta" für 21 Mio Dollar versteigert

Es ist eines der wichtigsten Dokumente der Geschichte. Das 800 Jahre alte Schriftstück legte erstmals die Bürgerrechte fest.

"Magna Charta" für 21 Mio Dollar versteigert
© AFP

Ein über 700 Jahre altes, seltenes Exemplar der Magna Charta ist am Dienstagabend in New York für gut 21 Millionen Dollar (rund 14,6 Millionen Euro) versteigert worden. Das handgeschriebene Dokument von 1297 ist nach Angaben des Auktionshauses Sotheby's eines von nur etwa 20 erhaltenen Exemplaren und wohl das einzige, das je verkauft werden konnte. Die anderen sind in öffentlichem Besitz. Verkäufer war den Angaben zufolge die amerikanische Perot-Stiftung. Sie will den Erlös für wohltätige Zwecke stiften. Sotheby's hatte mit einem Preis von bis zu 30 Millionen Dollar gerechnet.

Wichtigste Grundlage des Verfassungsrechtes
Die Magna Charta ist eine erstmals 1215 abgeschlossene Vereinbarung zwischen dem englischen König und dem Adel, die später mehrfach erneuert wurde. Sie gilt in Großbritannien bis heute als wichtigste Grundlage des Verfassungsrechts. Auch in anderen Demokratien hat sie die Formulierung der Menschen- und Freiheitsrechte entscheidend geprägt.

Die Vereinbarung, die in New York zur Versteigerung kam, wurde von König Edward I. (1239-1307) abgeschlossen. Angesichts des Alters und der Brüchigkeit des Papiers grenze es fast an ein Wunder, dass das Dokument überlebt habe, erklärte das Auktionshaus.

Carter-Berater will Dokument in USA behalten
Das handgeschriebene Dokument aus dem Jahr 1297 erwarb der US-Anwalt David Rubenstein, früher Berater des ehemaligen Präsidenten Jimmy Carter und später Gründer eines umstrittenen Privatfonds namens Carlyle Group. Er habe das Manuskript gekauft, damit es in den Vereinigten Staaten bleibe, sagte Rubenstein Journalisten nach der Auktion. Denn die drei wichtigsten Dokumente der westlichen Zivilisation seien in seinen Augen die Magna Charta, die amerikanische Unabhängigkeitserklärung von 1776 und die Verfassung der USA.

Die Magna Charta erklärt, dass alle Menschen vor dem Gesetz gleich sind - einschließlich des Königs. Der revoltierende Adel rang sie dem englischen König Johann I. ("Ohneland") ab. Das Wachssiegel seines Nachfolgers, König Edward I., ist auf dem von Rubenstein erworbenen Dokument noch zu sehen.

Rubenstein sagte, das von ihm versteigerte Exemplar der Magna Charta werde nur kurz in seinem Besitz sein. Er werde es den National Archives in Washington übergeben und es so der Allgemeinheit zugänglich machen. Im Nationalarchiv war das Manuskript auch schon vorher hinter Glas ausgestellt - als Dauerleihgabe des texanischen Milliardärs und früheren US-Präsidentschaftskandidaten Ross Perot. Der hatte die Kopie des Originals der "Großen Charta" 1984 der Familie Brudenell aus dem englischen Northamptonshire abgekauft, in deren Besitz sich das Dokument seit Ende des 14. Jahrhunderts befand.




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