28. Mai 2008 09:41

Nach Panne 

Marssonde "Phoenix" arbeitet wieder einwandfrei

Der Roboterarm der Marssonde Phoenix ist repariert. Die NASA erwartet keine weiteren Behinderungen. Forscher suchen nach Leben auf dem Planeten.

Marssonde "Phoenix" arbeitet wieder einwandfrei
© EPA/NASA

Mit eintägiger Verzögerung hat die US-Weltraumbehörde NASA am Mittwoch damit begonnen, den Roboterarm der Marssonde "Phoenix" auszufahren. Der Roboterarm soll im Marsboden graben und Bodenproben zur Untersuchung auf Spuren von Leben sammeln. Wegen einer Störung des Funksystems war der Befehl zum Ausfahren des zweieinhalb Meter langen Arms am Dienstag nicht übermittelt worden. Wie die NASA erklärte, wurde dies am Mittwoch nachgeholt.

Landung rekonstruiert
Die Europäische Weltraumbehörde hat die Landung akustisch rekonstruiert. So in etwa hörte es sich an, als "Phoenix" auf dem Roten Planeten landete:

Super-Zustand
Die Marssonde sei in einem exzellenten Zustand, erklärte Projektmanager Barry Goldstein. Die kleine Panne werde die Forschungsmission nicht weiter behindern. "Phoenix" landete am Sonntag in einem relativ flachen Gebiet am Nordpol des Mars. Er soll dort mindestens 90 Tage lang im Permafrost nach Spuren von Wasser und Hinweisen auf Leben graben. Die Forscher vermuten, dass etwa 30 Zentimeter unter der Mars-Oberfläche Eis liegt. Darin könnte die Sonde organische Verbindungen entdecken.

Suche nach Wasser
Hauptaufgabe der Sonde, die auch eine Spezialkamera aus Deutschland an Bord hat, ist die Suche nach Wasser damit und nach Spuren einfachsten Lebens auf dem Mars. In den nächsten drei Monaten - dann ist Frühling und Sommer im Landegebiet auf dem Roten Planeten - soll der Roboterarm den gefrorenen Polarboden durchgraben. Die Expedition wird unter anderem untersuchen, ob das Eis nahe der Marsoberfläche regelmäßig schmilzt. Das würde bedeuten, dass es dort einen Lebensraum für Mikroorganismen geben könnte.

Die erfolgreiche Landung der Sonde gilt als wichtiger Schritt in der Raumfahrt. In den vergangenen Jahrzehnten waren mehr als die Hälfte der Mars-Missionen gescheitert. Auch das Aufsetzen von "Phoenix" galt als "Zitterpartie". Die Sonde musste vom Eintritt in die Marsatmosphäre bis zur Landung innerhalb weniger Minuten von rund 20.000 auf etwa 10 Kilometer pro Stunde abgebremst werden. Das gesamte Projekt "Phoenix" kostet nach Angaben der NASA 420 Millionen Dollar (knapp 310 Millionen Euro).




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