12. Juni 2008 16:53

Schüttel-Therapie 

Marssonde hat erste Bodenprobe im Ofen

Nach tagelangen vergeblichen Mühen hat es endlich geklappt: Die erste Bodenprobe ist im "Backofen" der Mars-Sonde "Phoenix" verstaut.

Marssonde hat erste Bodenprobe im Ofen
© Reuters

Damit kann die mit Spannung erwartete Analyse des kostbaren roten Sands beginnen. Zuvor haben die Brösel nicht durch das Ofengitter gepasst, weil sie zu grobkörnig waren.

Probe soll auf Spuren von Leben analysiert werden
Ein Infrarot-Taststrahl habe bestätigt, dass die Probe von der Planeten-Oberfläche tatsächlich durch den Einlassfilter in das Gerät gerutscht sei, teilten NASA-Experten im Jet Propulsion Laboratory in Pasadena (Kalifornien) am Mittwoch (Ortszeit) mit. Nun soll sie in Kürze erhitzt und auf diese Weise auf mögliche Spuren von Wasser, Mineralien und Reste organischer Substanzen untersucht werden.

Versuche seit Samstag
Seit Samstag hatte die vom Roboterarm der Sonde aufgeschaufelte Probe auf dem Filter gelegen: Sie war zu verklumpt, um den Weg in den Miniaturofen zu schaffen. Dann griffen die Wissenschaftler zu einem Trick. Wiederholt ließen sie eine Vorrichtung am Filter vibrieren, um die Probe zu zerteilen und zu zerkleinern - etwa so, wie Kinder Sand durch ein Sieb schütteln. Beim siebenten Einsatz in der Nacht auf Mittwoch hatte die Methode endlich den erhofften Erfolg.

"Wir haben einen Ofen voll,... das Problem liegt hinter uns", jubelte der für die Analyse zuständige Forscher Bill Boynton. Wie es in einer NASA-Mitteilung hieß, feierte er die gute Nachricht mit einem Tanz: Zum Song "Skake, Skake, Shake" ließ er kräftig die Hüfte schwingen. Skake heißt übersetzt Schütteln.

Acht Miniaturöfen auf der "Phoenix"
"Phoenix" war nach einer fast zehnmonatigen und 680 Millionen Kilometer langen Reise Ende Mai in der Nordpol-Region des Roten Planeten angekommen. Die Sonde hat insgesamt acht Miniaturöfen an Bord. Vom Erhitzen der Bodenproben erhoffen sich die Forscher das Aufspüren von Chemikalien, die Überbleibsel komplexerer Moleküle sein könnten. Diese Moleküle wiederum könnten Hinweise darauf geben, dass einst Leben auf dem Mars existierte - zu einer Zeit, als der Rote Planet wärmer und feuchter war als heute.




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