10. März 2008 12:54

Umweltgau 

Meereskatastrophe durch erhöhte Biospritproduktion

Laut einer Studie könnte eine erhöhte Biospritproduktion der USA zu einer Meereskatastrophe im Golf von Mexiko führen.

Meereskatastrophe durch erhöhte Biospritproduktion
© AP Photo

Wenn die Vereinigten Staaten in Zukunft noch mehr Biosprit herstellen als bisher, führt dies nach einer Studie zu einer "Katastrophe" im Golf von Mexiko. Die geplante Produktionssteigerung bei Mais werde dazu führen, dass die "Todeszone" im Golf südlich der USA noch größer wird und noch mehr Fische sterben, erläuterte Simon Donner von der Universität British Columbia in Kanada seiner am Montag veröffentlichte Untersuchung.

Fläche so groß wie Niederösterreich
"Alle Organismen am Meeresgrund werden wahrscheinlich sterben, und Fische werden abwandern, wenn es geht." Schon jetzt sei die "Todeszone" an der Mündung des Mississippi 20.000 Quadratkilometer groß, was ungefähr der Fläche von Niederösterreich entspricht.

Gegenmaßnahmen wirkungslos
Wenn die USA bis 2022 soviel Mais zur Herstellung von Biotreibstoff anbauen wie geplant, werden Donner zufolge der Mississippi und der Atchafalaya, der ebenfalls in den Golf mündet, um bis zu ein Drittel mehr mit Nitrogen verseucht als bisher. Die Nährstoffe gelangen durch Überdüngung landwirtschaftlicher Flächen in das Wasser und bringen Algen zum Wachsen; wenn die Algen absterben und sich zersetzen, brauchen sie dafür Sauerstoff, der dann wiederum den Fischen fehlt. Die von den USA geplanten Gegenmaßnahmen würden zu 95 Prozent scheitern, erklärte Donner, der die voraussichtliche Entwicklung anhand von Computermodellen abmaß.




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