25. Februar 2008 17:11

Britische Studie 

Mehr Herztote wegen Bankenkrisen

Tausende Sparer könnten infolge der Aufregung durch eine umfassende Bankenkrise Herzattacken erleiden und sterben, warnten jetzt britische Wissenschafter.

Mehr Herztote wegen Bankenkrisen
© AP

Experten der Universität Cambridge kamen in einer am Dienstag im Journal "Globalisation And Health" veröffentlichten Studie zu dem Ergebnis, dass es allein in Großbritannien "zwischen 1.280 und 5.130 zusätzliche Todesfälle durch Herzkrankheiten" geben könnte, wenn eine größere Zahl von Finanzinstituten in ähnliche Schwierigkeiten geraten sollte wie kürzlich die Hypothekenbank Northern Rock.

Untersuchung von WHO-Sterbestatistik
Vor den Filialen des angeschlagenen Baufinanzierers, der inzwischen vom Staat gerettet wurde, hatten sich im vergangenen Jahr große Schlangen aufgeregter Menschen gebildet, die in Panik ihr Geld abheben wollten. Für ihre Studie mit dem Titel "Kann eine Bankenkrise Herzen brechen?" hatten die Wissenschafter Daten der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und der Weltbank aus dem Zeitraum 1960 bis 2002 verglichen. Dabei wurde die Entwicklung der Todeszahlen aus der weltweiten WHO-Sterbestatistik im Zusammenhang mit den jeweils zeitgleichen Weltbank-Daten zu Bankenpleiten und anderen Krisen der Finanzwirtschaft untersucht.

Ältere Menschen besonders gefährdet
Während in reichen Staaten wie Großbritannien oder den USA der Verlust der Ersparnisse tödliche Herzerkrankungen statistisch um bis 6,4 Prozent ansteigen lassen könnte, sei die Gefahr in armen Ländern noch weit größer und könnte zu Todesfallsteigerungen durch Herzprobleme von bis 26 Prozent führen, erklärten die Wissenschaftler. Besonders gefährdet seien ältere Menschen, deren gesundheitliche Kondition nicht mehr die beste ist und die zugleich mit dem Verlust ihrer ersparten Mittel für den Lebensabend fertig werden müssten.




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